Fuchsie (Fuchsia)

Die Gattung Fuchsia gehört zur Familie der Nachtkerzengewächse (Onagraceae), die rund 100 Arten umfasst. Die meisten stammen aus Mittel- und Südamerika, wenige sind in Tahiti und Neuseeland heimisch. So genannte „Gartenflüchtlinge“, vor allem Fuchsia magellanica, sind auch an der Westküste der Britischen Inseln und in Irland zu finden. Entdeckt wurde die Fuchsie 1696 vom Paulaner-Pater und Botaniker Charles Plumier. Er benannte sie nach dem deutschen Botaniker Leonhart Fuchs. 1840 gelang einem englischen Gärtner eine Kreuzung mit weisser Kelchröhre, weissen Kelchblättern und violettblauen Kronblättern, die unter der Bezeichnung 'Venus Victrix’ in den Handel kam. Viele Fuchsien mit weissem Kelch sind darauf zurückzuführen. 1853 wurde die erste gefüllt blühende Fuchsie gezüchtet. Die meisten Arten wurden in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts entdeckt und gelangten dann nach Europa. Ein Grossteil der Züchtungsarbeit fand in Kalifornien statt. Dort fanden diese Pflanzen günstige Umweltbedingungen, sodass sie ganzjährig im Freien gehalten werden können und fast das ganze Jahr blühen. So wurde die erste Fuchsiengesellschaft, die American Fuchsia Society, 1929 in den USA gegründet. Sie ist heute noch Registrierungsstelle für neue Sorten. Heute bestehen über 10’000 Sorten. Fuchsien sind mehrjährige, verholzende Pflanzen, Halbstrauch, Strauch oder Baum. Einige Arten wachsen als Schlingpflanze. Die Wuchshöhen sind sehr unterschiedlich. So wird Fuchsia procumbens nur wenige cm hoch, und Fuchsia excorticata wächst als Baum bis in eine Höhe von 10 m. Die meisten Fuchsien wachsen strauchartig und werden 20 - 80 cm hoch. Ausgepflanzte, winterharte Scharlachfuchsien können 150 cm erreichen. Bei den heute angebotenen Fuchsien unterscheiden wir aufrechte und hängende Sorten. Aufrecht wachsende werden als Busch oder als Stamm gezogen, hängende finden Verwendung in Ampeln oder Kistchen. Die meisten Fuchsien sind nicht winterhart. Winterhart ist Fuchsia magellanica (Scharlachfuchsie). Diese bildet Wurzelausläufer und verbreitet sich dadurch. Im Winter sterben die oberirdischen Teile ab, und die Pflanze treibt im Frühjahr aus den Wurzeln aus. Fuchsienblüten sind vierzählig. Sie sitzen an einem 2 - 8 cm langen Blütenstiel. Dieser kann rot oder grün gefärbt sein. Anschliessend kommt der Fruchtknoten, der ebenfalls grün oder rot sein kann. An diesen schliesst sich eine röhrenförmige Blütenachse an. Sehr ausgeprägt ist diese bei Fuchsia fulgens. An der Kelchröhre sitzen 4 Kelchblätter, die meist etwas zurück gebogen sind. Es gibt auch halbgefüllte und gefüllte Sorten mit mehr Kelchblättern. Die eigentliche Blüte bilden die 4 Kronblätter. Bei vielen Sorten sind Kelch- und Kronblätter verschieden gefärbt. Die Farben reichen von weiss, rosa, lachs, über rot, purpur bis violettblau. Griffel und Staubblätter ragen in der Regel weit aus der Blüte heraus. Hört man von einer gelb blühenden Fuchsie, ist dies keine echte Fuchsie, sondern eine Pflanze mit botanischem Namen Phygelius (Kapfuchsie). Sie gehört einer anderen Pflanzenfamilie an. Die Grösse der Fuchsien-Blüten reicht von 1 - 10 cm. Die Blütezeit nicht winterharter Fuchsien erstreckt sich von ca. April bis Oktober. Winterharte Fuchsien im Garten blühen ab Juli bis Oktober. Die Blüten scheiden oft zuckerhaltigen Nektar aus. Dies kann Wespen anziehen, die die Blüten anknabbern, um an den Nektar zu gelangen. Der Fruchtknoten, der die Samen enthält, entwickelt sich zu einer bis pflaumengrossen grünen bis schwarzen Beere. Die Vermehrung erfolgt heute durch Stecklinge. Früher wurden Fuchsien auch als Schnittblumen geschätzt. Heute ist die Fuchsie eine beliebte Beet- und Balkonpflanze. Fuchsien mögen einen leicht schattierten Platz. Ideal ist eine Nordseite. Es gibt auch Sorten, die einen sonnigen Standort bevorzugen. Fuchsien mit hellen Farben und grossen halbgefüllten bis gefüllten Blüten brauchen mehr Schatten als Sorten mit kleineren Blüten in kräftigen Farben. Die Erde muss immer leicht feucht sein. Staunässe ist jedoch zu vermeiden. Bei Wassermangel fallen die Blüten ab. Fuchsien zählen zu den wenigen Balkonpflanzen, die auch in einem regenreichen Sommer reichen Blütenflor bringen. Sie brauchen eine hohe Luftfeuchtigkeit. Ein heisser, trockener Sommer ist nicht optimal. In solchen Schönwetter-Phasen können Sie die Pflanzen jeweils morgens leicht überbrausen. Von Frühling bis Sommer werden die Pflanzen gedüngt: wöchentlich mit Flüssigdünger oder 1 - 2 Mal im Jahr mit Langzeitdünger. Damit Fuchsien einen regelmässigen und reichen Blütenflor bringen, sollte man Verblühtes immer entfernen, damit sich keine Samen entwickeln. Ausgepflanzte Scharlachfuchsien brauchen in sehr rauen Gegenden einen leichten Winterschutz mit Laub oder Tannreisig. Die oberirdischen Triebe schneiden Sie mit Vorteil erst im Frühling zurück, da so die Gefahr des Zurückfrierens geringer ist. Möchte man Fuchsien im Topf überwintern, sollte man einen Raum mit 5 - 10 ° C haben. Er muss nicht sehr hell sein. Die Pflanzen werden im Herbst etwa um 1/3 zurück geschnitten. Sie überwintern im Ruhezustand ohne Laub. Die Wassergabe wird sehr eingeschränkt, das heisst, alle 3 - 4 Wochen etwas Wasser geben. Im März/April sollten die Fuchsien wieder mehr Licht erhalten. Neue Triebe, die sich in der Dunkelheit schon gebildet haben, werden nun entfert. Die neuen Triebe am Licht werden kräftiger. Im April/Mai gewöhnen wir die Pflanzen wieder an die Freilandbedingungen an einem geschützten und schattigen Standort. Einer der häufigsten Schädlinge bei Fuchsien ist die Blattlaus, vor allem die grüne Pfirsichblattlaus. Einen Befall erkennt man an Blattverkrüppelungen. Auch Spinnmilben und Weisse Fliegen können auftreten.
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