Bärlauch (Allium ursinum)

Der Bärlauch, auch Waldknoblauch genannt, mit botanischem Namen Allium ursinum, wächst wild in Europa und im Kaukasus in feuchten, humusreichen, schattigen Laub- und Auenwäldern.
Bärlauch gehört zur Familie der Lauch- oder Zwiebelgewächse (Alliaceae). Der Name Bärlauch soll von der Angewohnheit der Bären stammen, nach dem Winterschlaf von diesem Kraut zu fressen, um ihren Stoffwechsel wieder in Schwung zu setzen. Die alten Germanen glaubten früher, der Bär verleihe seine Kräfte solchen Pflanzen und wenn diese Pflanze vom Menschen verzehrt werde, erhalte er die Kräfte des Bären. Daneben soll Bärlauch wie Knoblauch Vampire vertreiben und Hexen und Schlangen abwehren. Auch als Aphrodisiakum war Bärlauch sehr beliebt. Obwohl Bärlauch eine mehrjährige Pflanze ist, ist seine jährliche Vegetationsperiode nur von kurzer Dauer. Im Frühling ab Mitte bis Ende Februar treiben aus den kleinen weissen Zwiebelchen 2 Blätter aus. Diese bedecken von März bis Juni grosse Flächen des Waldbodens. Schon von weitem fällt Bärlauch in dieser Zeit durch seinen Geruch auf. Alle Pflanzenteile riechen stark nach Knoblauch. Die Pflanze wird 20 - 40 cm hoch. Die Blätter sind glattrandig, lanzettlich, bis 25 cm lang, oft leicht überhängend und saftig grün. Von Mai bis Juni erscheinen die Blütendolden mit vielen weissen kleinen 6-zipfligen, sternförmigen Blüten. Die Samen sind glänzend schwarz und haben ein fleischiges Anhängsel, das sogenannte “Ameisenbrot“. Deshalb werden sie von den Ameisen verschleppt und dadurch verbreitet. Nach der Blüte werden die Blätter gelb und sterben ab. Die Pflanze ist für den Rest des Jahres nicht mehr sichtbar. Es sind nur noch die Zwiebelchen, die unterirdisch fortbestehen. Die Gefahr beim Sammeln von Bärlauchblättern besteht darin, dass er oft mit dem Maiglöckchen oder der Herbstzeitlose verwechselt wird. Und diese beiden Pflanzen sind giftig! Das wichtigste Unterscheidungsmerkmal ist der Geruch. Verreibt man ein Blatt zwischen den Fingern, handelt es sich nur um Bärlauch, wenn ein deutlicher Geruch nach Zwiebeln oder Knoblauch wahrgenommen wird. Ansonsten: Hände weg von der Pflanze!
Weitere Merkmale: Ein Bärlauchblatt hat einen deutlichen Stiel der sich gut brechen lässt. Dabei ist ein Geräusch klar zu hören. Maiglöckchen und Herbstzeitlose haben nicht so deutlich ausgeprägte, eher biegsame Stängel, die sich schlechter brechen lassen. Die Blätter des Bärlauchs sind leicht überhängend, die vom Maiglöckchen stehen aufrecht. Bärlauchblätter kommen einzeln aus dem Boden. Verwirrend ist jedoch, dass mehrer Blätter dicht nebeneinander stehen. Die Herbstzeitlose hat mehrere Blätter an einem Stängel (ähnlich einer Tulpe) Das Maiglöckchen hat meist 2 kurzstielige Blätter. Das Blatt des Bärlauchs hat auf der Blattrückseite eine deutliche Blattrippe in der Mitte. Die Herbstzeitlose hat nur leichte Rillen. Die Blätter der Herbstzeitlose umhüllen oft eine Fruchtkapsel. Siedelt man Bärlauch im Garten an, so ist Vorsicht geboten. Er hat einen starken Ausbreitungsdrang, zieht dann aber im Sommer ein und hinterlässt kahle Stellen. Durch die Verschleppung des Samens durch Ameisen verbreitet er sich so nach und nach überall. Einschränken kann man ihn nur dadurch, dass man verblühte Blumen entfernt, bevor die Samen reif sind. Dann bleiben die Pflanzen mehr oder weniger an ihrem Platz und vermehren sich nur durch die unterirdischen Zwiebelchen. Schreckt einen der Ausbreitungsdrang dieser Pflanze nicht ab, so wählt man als Standort einen feuchten, lehmigen und kalkhaltigen Boden im Halbschatten, am besten unter Laubgehölzen, wo es auch nicht stört, wenn er im Sommer nicht mehr präsent ist.
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