Glücksbambus (Dracaena sanderiana)

Der Glücksbambus, auch unter ‚Lucky Bamboo’ bekannt, ist botanisch gesehen kein Bambus, sondern es sind verschiedene Sorten des Drachenbaums (Dracaena sanderiana). Der Artname sanderiana ist auf seinen Entdecker Frederik Sander (1847 - 1920) zurückzuführen. Er gehörte zu den sogenannten Pflanzenjägern, die auf unzähligen Reisen nach unentdeckten Pflanzen fahndeten. Die Heimat dieser Dracaena ist Kamerun, im westlichen tropischen Afrika. Seltener findet sich neben der Dracaena sanderiana auch Dracaena fragrans ‚Stedneri’ im Handel als Glücksbambus. Früher den Liliengewächsen und den Mäusedorngewächsen zugeordnet, haben heute die Dracaenen eine eigene Familie, die Dracaenaceae. Angeblich wird in Asien schon seit langer Zeit der Glücksbambus als Mitbringsel zu Geburtstagen, Hochzeiten, Neujahrsfesten und anderen Gelegenheiten geschenkt. Er ist ein Symbol für Glück, Gesundheit und Erfolg. Ursprünglich soll der richtige Bambus diese Rolle übernommen haben. Erst seit den letzten 100 - 150 Jahren hat die Dracaena als länger lebendere Variante den Bambus abgelöst. Im Angebot gibt es die Glücksbambus-Pyramide, bestehend aus drei oder mehr Stufen kurzer Stammstück die zusammengebunden sind, meist in einer flachen Schale stehend. Dabei handelt es sich in der Regel um Dracaena sanderiana. Dracaena fragrans ‚Stedneri’ werden meist einzeln als längere, kräftige, gerade oder gedrehte Stängel verkauft, die in eine Vase gestellt werden können. Mit roten Bändchen versehen wird dem Glücksbambus auch in Feng Shui eine Bedeutung beigemessen. Als Pflanze mit spitzen Blättern gehört er hier dem Element Feuer an.
Je kräftiger die Stängel sind, desto kräftiger sind die Triebe die daran ausschlagen. Wie erwähnt, werden verschiedene Sorten Glücksbambus angeboten. Normalerweise ist es eine Sorte mit sattgrünem, einfarbigem Blatt. Manchmal bekommt man auch Sorten mit gelb-grün oder weiss-grün gestreiften Blättern. Die Form der Blätter ist länglich lineal; sie werden 20 - 30 cm lang. Der Blattansatz umschliesst den Stängel fast komplett. Eine Dracaena, deren Stängel nicht wie beim Glücksbambus gekappt wurde, wächst unverzweigt in die Höhe. Eine Verzweigung wird nur durch Rückschnitt erreicht. Damit die Schnittstelle nicht zurücktrocknet, sollte sie mit einem speziellen Wachs, der im Fachhandel erhältlich ist, versiegelt werden. Braune Blattspitzen sind vor allem auf eine zu niedrige Luftfeuchtigkeit zurückzuführen. Da solche Glücksbambus-Arrangements oft nicht direkt neben einem Fenster platziert sind, hat die Pflanze keine allzu hohe Lebenserwartung. Die Stängel werden gelb, die Triebe lang und dünn und das Ganze wirkt unansehnlich. Dadurch gehört der Glücksbambus zu den Wegwerfartikeln. Wird er dagegen wie eine normale Pflanze behandelt, eventuell die einzelnen Stängel in Erde umgetopft, wächst er wie jede normale Zimmerpflanze. Der Glücksbambus bevorzugt einen warmen und hellen, aber nicht vollsonnigen Standort im Wohnraum. Oft werden die Pflanzen im Handel in einem Gefäss oder einer Vase angeboten, wo sie nur im Wasser stehen. Dann wird mit Vorteil dem Giesswasser alle 4 Wochen etwas Hydrokulturdünger beigefügt. Die Pflanzen lassen sich problemlos umstellen auf Erdkultur. Ein normales Substrat für Zimmerpflanzen reicht. Mässig feucht halten, ohne Staunässe.
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