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Aktualisiert 3.9.2010

 

 

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Dürfen wir vorstellen:

Banane (Musa) 
Banane (Musa)

Bei der Ess-Banane gibt es 2 Typen. Am häufigsten ist die Dessert- oder Obstbanane, die bei uns überall im Angebot ist, und die Kochbanane, eine bei uns weniger bekannte Art. Bei der Dessertbanane gibt es viele Sorten. Am meisten wird heute ‚Cavendish’ angebaut, die um 1953 aus Sorten von Südchina entstanden ist. Sie ist benannt nach William Cavendish, dem 6. Herzog von Devonshire, der um 1830 in seinem Garten in Chatsworth Bananen aus China angepflanzt hatte. Die Koch-/Gemüsebanane ist in vielen tropischen und subtropischen Regionen Amerikas, Afrikas und Asiens ein Grundnahrungsmittel. Die früheste Erwähnung in der europäischen Kultur fand die Banane um 327 v. Chr. durch Alexander den Grossen. Er entdeckte sie auf seinem Indienfeldzug. Die Banane gehört zur Gattung Musa und somit zur Familie der Bananengewächse (Musaceae). Die Gattung beinhaltet ca. 100 Arten. Die oben erwähnten Arten heissen Musa x paradisiaca. Eine weitere ist Musa textilis, die Faserbanane, auch Manilahanf genannt. Musa basjoo, die Japanische Faserbanane, ist die winterhärteste. Als Zimmerpflanze findet man oft Musa velutina, die rosa Zwergbanane. Die Heimat der verschiedenen Bananenarten ist der asiatische Raum zwischen Indien und Australien. Musa x paradisiaca stammt von den südostasiatischen Inseln. Nach Afrika kam die Banane vermutlich über Madagaskar mit Einwanderern aus dem heutigen Indonesien. Islamische Krieger brachten 650 n. Chr. die Banane nach Ägypten und Palästina. Von dort gelangte sie über Ostafrika nach Guinea an die Atlantikküste. Dort entdeckten die Europäer die Banane. Die Portugiesen nahmen sie von dort auf die Kanaren mit. Von da gelangte sie nach Amerika. Noch bis nach Mitte des 19. Jahrhunderts war die Bananenfrucht in Westeuropa und Nordamerika praktisch unbekannt. Nach Deutschland gelangten erste Bananen 1892. Der Stamm der Banane ist nur ein Scheinstamm. Er besteht aus den Blattscheiden der Blätter, vergleichbar mit einem Lauchstängel. Die Banane ist daher kein Baum, sondern eine Staude. Der Stamm kann bis 40 cm dick werden. Die büschelartige Anordnung der Blätter gibt der Banane ein palmenähnliches Aussehen. Je nach Art und Sorte kann die Höhe 2 - 7 m betragen. Die Blätter können bis 3 m lang werden. Das Blatt ist ungeteilt und ganzrandig. Durch den Wind erscheinen die eingerissenen Blätter oft wie gefiedert. Im Alter von 7 - 9 Monaten bildet die Banane erste nach unten hängende Blütenstände mit rot-violetten Hochblättern. Auf der Unterseite jedes Hochblatts befinden sich die gelblichen röhrenförmigen Blüten in einer Reihe. In den oberen 10 - 18 Blattreihen werden die weiblichen Blüten gebildet, darunter die männlichen. Aus den weiblichen wachsen die so genannten Bananenhände mit jeweils 10 - 20 Bananen, die fingerähnlich angeordnet sind. An jedem Blütenstand entwickeln sich 7 - 15 solcher „Hände“. Es können bis 300 Bananen an einem Fruchtstand hängen. Die Bananenfrucht gehört botanisch gesehen zu den Beeren. Je nach Sorte sind sie 5 - 100 cm lang. Ihre Farbe ist meist grün bis gelb, es gibt aber auch rote bis lila-blaue Sorten. Die Samen von wilden Arten sind etwas weniger als haselnussgross und sehr hart. Bananenfrüchte zählen zu den klimakterischen Früchten. Das heisst, man muss die Frucht unreif ernten, damit sie einen süssen Geschmack erhält. Liesse man sie an der Pflanze ausreifen, würde sie aufplatzen und mehlig schmecken. Die Krümmung unserer Dessertbanane entsteht, indem sie ihre Wuchsrichtung ändert. Anfänglich wachsen sie nach unten und erst nach dem Abfallen des Hochblatts, während der Fruchtentwicklung, wachsen die Früchte nach oben, dem Sonnenlicht entgegen. Eine Bananenstaude kann gleichzeitig Früchte und Blütenstände haben. Die Blütenstände entwickeln sich laufend. Bei der Reifung, die nach der Ernte in Reifekammern bei Temperaturen zwischen 14.7 und 17.7 ° C während 4 - 8 Tagen erfolgt, wird die Stärke der Frucht in Zucker umgewandelt. Reife Bananen haben nur noch 1 - 2 % Stärke und sind daher sehr leicht verdaulich und eine ideale Krankenkost. Da die Früchte der bekannten Sorten keine Samen ausbilden, werden die Pflanzen vegetativ vermehrt, durch die Bildung von Wurzelschösslingen. Kann sich eine Banane ungestört ausbreiten, bildet sie durch die immer nachwachsenden Schösslinge einen Kreis mit einem Durchmesser von 50 cm bis 2 m. Nach abgeschlossener Fruchtbildung stirbt die Pflanze ab und lebt durch die gebildeten Schösslinge weiter. Ein Problem bei der Bananenkultur ist die Panama-Krankheit, eine Pilzkrankheit, die durch den Boden in die Pflanze gelangt. Früher war die Sorte ‚Gros Michel’ die Hauptsorte für den Export. Durch die Panama-Krankheit war der Anbau im grossen Stil kaum mehr möglich. Sie wurde abgelöst von ‚Cavendish’. Vermutlich muss auch diese wegen Befall von anderen Sorten abgelöst werden. Gründe für das epidemische Auftreten solcher Krankheiten sind die grossen Monokulturen und die mangelnde genetische Diversität der gepflanzten Sorten. Es wird dazu intensiv geforscht. Ein Einkreuzen resistenter Gene ist sehr schwierig, da die meisten Sorten, seit sie in Kultur sind, steril geworden sind. Das heisst, es gibt samenlose Früchte ohne Bestäubung und Befruchtung. Robuste Sorten sind zwar entstanden, sie schmecken aber noch mehr nach Apfel als nach Banane. Bananen brauchen sehr viel Wasser und Nährstoffe. Sie gedeihen im Wald an schattigen bis halbschattigen Orten ebenso wie unter direkter Sonne. Im Zimmer mögen sie es warm mit hoher Luftfeuchtigkeit. Regelmässiges Besprühen der Blätter ist deshalb angebracht. Eine Flüssigdüngung sollte im Frühling/Sommer wöchentlich erfolgen. Das Substrat muss humos und durchlässig sein. Trotz des hohen Wasserbedarfs muss Staunässe unbedingt vermieden werden. Mit Ausnahme der kälteverträglichen Bananen wie Musa basjoo die Pflanzen nie mit kaltem Wasser giessen. Eine Bananenstaude wächst sehr rasch und benötigt viel Platz. Die Fruchtbildung bei Zimmerbananen erfolgt bei gutem Standort nach 3 - 5 Jahren. Die Japanische Faserbanane kann nach milden Wintern auch in Mitteleuropa im Freiland zur Blüte kommen. Die Früchte reifen wegen der zu kurzen Vegetationszeit jedoch nicht aus. Sie sind ungeniessbar. Bananenfrüchte werden von vielen Insekten befallen. Dies wird in den Kulturen verhindert, indem über den Fruchtkolben ein Plastiksack gestülpt wird mit darin enthaltenem Pflanzenschutzmittel. Bananen mit einer glatten, unbefleckten Oberfläche wurden meist hohen Dosen von Insektiziden ausgesetzt. Kleine braune runde Punkte auf der Schale deuten auf einen geringen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln hin. Neben den Essbananen wird auch die Faserbanane genutzt. In ihrer Heimat, den Philippinen, werden aus den Fasern der Blattscheiden Netze, Taue und Garne hergestellt. 

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