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Aktualisiert 9.9.2010

 

 

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Bambus (Bambusa) 
Bambus (Phyllostachis viridiglaucescens)

Die deutsche Bezeichnung Bambus ist ein Überbegriff für über 180 verschiedene Arten. Die lateinischen Bezeichnungen gehen von Bambusa über Psuedosasa, Phyllostachis, Dendrocalamus, Pleioblastus bis zum zungenbrecherischen Semiarundinaria. Der Bambus gehört zur Familie der Gräser. Man findet ihn auf der südlichen wie auf der nördlichen Halbkugel. Meist gedeiht er in warmen Gebieten wie Asien, Amerika und Afrika. Es gibt auch Arten, die in der östlichen Andenkette bis auf 4700 m wachsen, und im Himalaja sind einige Bambusarten bis in eine Höhe von 3800 m zu finden. Es gibt Bambusse, die bis 38 m hoch werden und solche, die nur knapp 10 cm hoch sind. Da der Bambus zu den Gräsern gehört, sprechen wir auch bei den bis 38 m hohen Trieben nie von einem Stamm, sondern von einem Halm. Bei den Bambuspflanzen unterscheiden wir zwischen horstbildenden und ausläuferbildenden Arten. Diesem Unterschied ist beim Auspflanzen im Garten Beachtung zu schenken, da die Ausläufer sich zu einer Plage entwickeln können. Diesem Umstand trägt man am besten mit einer so genannten Rhizomsperre Rechnung. Sie verhindert ein uneingeschränktes Ausbreiten. Wesentlich pflegeleichter sind horstbildende Bambusse. Die unterirdischen Teile des Bambus nennt man Rhizome. Aus diesen Trieben wachsen die Halme heraus. Bambushalme haben kein Dickenwachstum. Ein Halm erscheint immer in seiner endgültigen Dicke aus dem Boden und wächst nur in die Länge. Ein solcher Halm wächst oft in kürzester Zeit, maximal 2 Monate, auf seine endgültige Länge heran. In jedem folgenden Jahr werden die neuen Halme etwas dicker und höher. Ein Bambushalm hat in der Regel eine Lebenserwartung von 5 - 7 Jahre, danach sterben sie ab. Eine Bambuspflanze ist auch etwas Wunderschönes in einem Gefäss. Mit Vorteil wählt man ein nicht zu kleines Gefäss, damit sich die Pflanze schön entfalten kann. Für einen guten Wasserabzug kann man den Topf zuerst bis zu 10 cm mit Lecca-Kies (wie für Hydrokultur) füllen, dann ein Stück Vlies darauf legen, um zu verhindern, dass die darauf folgende Balkonpflanzen-Erde nicht ausgespült wird. Ein Bambus im Gefäss braucht viel Wasser und Nährstoffe. Sofern nicht Dauerregen herrscht, ist eine tägliche Wassergabe zu empfehlen. Als Dünger eignet sich ein Vorratsdünger wie Tardit oder Osmocote mit zwischendurch einer zusätzlichen Gabe eines Rasendüngers. Dünger gibt man mit Vorteil im Frühling und im August. Den Rasendünger kann man dazwischen in zwei bis drei Gaben geben. Der horstbildende Bambus kann je nach Gefässgrösse recht lange im gleichen Topf gut gedeihen. Man kann regelmässig alte Triebe abschneiden und die dazugehörenden alten Rhizome entfernen, um der Pflanze für die neuen Rhizome und Triebe Platz zu geben. Auch schneiden kann man den Bambus, wobei hier der Phantasie kaum Grenzen gesetzt sind. Es können zum Beispiel im unteren Halmbereich alle Seitentriebe entfernt werden, so dass nur oben ein paar Büschel bleiben. Um mehr Buschigkeit zu erhalten, werden diese etwas eingekürzt. Im Winter stellt man den Bambus an einen geschützten Ort. Zu starker Wind trocknet die Pflanze aus, und die Blätter werden braun. Den Topf können wir mit Noppenfolie oder Styropor einpacken und die Halme des Bambus mit Schnur zusammenbinden oder mit einem Vlies umhüllen. Letzteres ist bei Schneedruck von Vorteil. Wichtig ist regelmässiges Giessen auch im Winter, solange der Boden nicht gefroren ist. Sonst vertrocknen die Blätter. Das heisst nicht, dass dann der Bambus kaputt ist; er macht an den alten Halmen wieder neue Blätter. Der Bambus lässt sich auch in einem kühlen, hellen Wintergarten überwintern. Abfallendes dürres Laub, das den Topf bedeckt, ist ideal als Mulchdecke, um die Feuchtigkeit im Gefäss zu erhalten. Ausserdem gibt das Laub Kieselsäure ab, die der Bambus für ein gutes Gedeihen braucht. 

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