Cyclame, Alpenveilchen (Cyclamen persicum)

Die Cyclame, auch Alpenveilchen genannt, gehört zu den Myrsinengewächsen (Myrsinaceae). Cyclamen persicum, wie die Pflanze mit korrektem lateinischem Namen heisst, ist im 17. Jh. aus den bergigen, trockenen Regionen des mittleren Palästina nach Europa gekommen. Dort wachsen sie im lichten Schatten von Gehölzen auf Geröllhalden. Die trockene und heisse Zeit im Sommer überdauern diese Pflanzen, indem die oberirdischen Blätter und Blüten absterben und sie in der unterirdischen Knolle weiterleben. Neben dieser Cyclamen-Art, die als Ursprung für die Züchtungen der Zimmerpflanze Verwendung fand, gibt es in der Gattung der Cyclamen etwa 20 weitere Arten. Die meisten kommen aus dem Mittelmeerraum und Kleinasien. 1986 entdeckte man in Somalia eine neue Art, was einer kleinen botanischen Sensation entsprach. Einige davon wie Cyclamen hederifolium und Cyclamen coum sind auch in Mitteleuropa heimisch und frosthart. Sie können im Garten ausgepflanzt werden. Cyclamen purpurascens, das Europäische Alpenveilchen, kommt teilweise wild im Tessin vor. Ältere deutsche Namen des Alpenveilchens sind Erdscheibe, Erdbrot und Schweine- oder Saubrot. Der letzte Name kommt davon, dass Schweine diese Knollen gerne ausgegraben und gefressen haben. Aber Achtung: für Menschen sind sie giftig! Der Name Cyclame leitet sich vom griechischen kyklos ab, was Kreis bedeutet. Es ist nicht klar, ob sich dies auf die scheibenförmige Knolle, die eingerollten Stiele mit den Samenkapseln oder auf die teilweise runden Blätter bezieht. Trotz ihrer Ansprüche, die nicht mehr ganz den heutigen Wohnbedingungen entsprechen, zählen Cyclamen nach wie vor zu den beliebtesten Zimmerpflanzen. Je nach Sorte oder Art erreicht das Alpenveilchen eine Höhe von 15 - 40 cm. Cyclamen sind mehrjährige krautige Pflanzen, die unterirdische Knollen als Überdauerungsorgan haben. Bei jungen Pflanzen sind diese Knollen oft rundlich, bei älteren abgeflacht. Aus der Mitte dieser Knolle heraus wachsen die Blätter und Blüten. Die Blätter sind rundlich bis herzförmig und haben meist eine sehr schöne Zeichnung in grün und weiss. Die hellen Blattflecken werden durch luftgefüllte Zellen hervorgerufen. Deshalb kann man bei Cyclamen im Freiland beobachten, dass die Zeichnung bei sehr kalten Temperaturen verschwindet und bei wärmeren wieder erscheint. Dies deshalb, weil bei niedrigen Temperaturen der osmotische Druck in den luftgefüllten Zellen in den Blättern sinkt und die Hohlräume zusammenfallen. Die Blütenfarben der Wildformen sind von weiss bis rosa und purpur. Verschiedene duften auch sehr gut. Bei den Zuchtformen, die als Zimmerpflanzen angeboten werden, gibt es auch zweifarbige Sorten oder Blüten mit gefransten Rändern oder gewellten Blütenblättern. Die Blüten stehen einzeln auf einem Stiel. Sie sind nach unten gerichtet, ihre 5 Blütenblätter aber sind stark nach oben gebogen. Die Samen entwickeln sich in Kapseln. Mit zunehmender Reife krümmt sich der Stiel dem Boden zu. Erst wenn sich die Kapseln in der Erde befinden, öffnen sie sich. Bei einer Cyclame, die man als Zimmerpflanze hält, sollte man die Blütenstiele nach dem Verblühen möglichst direkt an der Knolle entfernen. Die Bildung der Samen nimmt der Pflanze viel Kraft und sie blüht nicht mehr so schön weiter. Die Hauptsaison der Alpenveilchen, wo sie in Blüte sind, dauert von September bis etwa April. Die Blätter und Knollen sind giftig und sollten von Kleinkindern und Haustieren ferngehalten werden. Während der Vegetationszeit benötigt das Alpenveilchen einen möglichst hellen Standort, aber ohne direkte Sonne und während der Blüte genügend Wasser. Staunässe ist aber unbedingt zu vermeiden. Für die Wassergabe stellt man die Pflanze am besten in eine Schüssel mit Wasser und lässt den Topf während einer Viertelstunde Wasser aufnehmen. Während der Blüte erfolgt die Düngung alle 2 Wochen mit einem Flüssigdünger für blühende Zimmerpflanzen. In Wohnräumen von heute fühlt sich die Cyclame meist nicht mehr sehr wohl. Sie bevorzugt Temperaturen zwischen 15 ° C und max. 20 ° C. In der Regel wandert das Alpenveilchen nach der Blüte in den Abfall. Als Hobbygärtner kann man aber versuchen, die Pflanze bis zur nächsten Blüte weiter zu pflegen. Man stellt die Düngung nach der Blüte ca. April/Mai ein und reduziert die Wassergaben immer mehr, bis die Blätter eintrocknen. Bis Ende Sommer giesst man nur noch soviel, dass die Knolle nicht einschrumpft. Ende August topft man die Knolle in frisches Substrat und erhöht die Wassergaben wieder langsam. Die Knolle soll so gesetzt werden, dass der obere Teil aus der Erde herausschaut. Nach 2 - 3 Wochen, sollten die ersten Blätter wieder austreiben.
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