Baumfarn, Australischer Taschenfarn (Dicksonia antarctica)

Dicksonia gehört zur Familie der Dicksoniaceae und diese zur Abteilung der Farne. Daneben gibt es die Familie der Cyatheaceae, in denen die verschiedenen Arten der Baumfarne zu finden sind. Die Familie der Cyatheaceae umfasst ca. 650 Arten und die Familie der Dicksonia ca. 25 Arten. Baumfarne sind uralte Pflanzen. Sie besiedeln die Erde seit ca. 400 Millionen Jahren. Zur gleichen Zeit entstanden die Schachtelhalme. Während der Phase des Karbons waren sie eine der dominierenden Pflanzenarten und erreichten Höhen von bis 30 m. Als die Samenpflanzen aufkamen, wurden die Baumfarne verdrängt und verloren an Bedeutung. Mit einem solch hohen geologischen Alter zählen diese Pflanzen zu den Lebenden Fossilien. Baumfarne sind Stamm bildende Farne. Fast alle Arten wachsen in den tropischen und subtropischen Regionen von Australien, Neuseeland und Tasmanien. Einige Arten, z. B. Dicksonia antarctica, der Australische Taschenfarn, wie er auf deutsch korrekt heisst, gedeihen auch im gemässigten Klima der ostaustralischen Bergwälder, in Tasmanien und einigen subantarktischen Inseln, auf denen die Temperatur selten über 18 ° C steigt. Dieser Baumfarn verträgt auch Temperaturen von unter 0°. Der natürliche Lebensraum der Baumfarne ist das lichtarme Unterholz von Regenwäldern mit hoher Luftfeuchtigkeit. Baumfarne sind ab dem 19. Jh. als Zierpflanzen nach England gekommen. Dicksonia antarctica ist die in Kultur am weitesten verbreitete Baumfarnart. Dicksonia antarctica ist langsam wachsend. Das Stammlängenwachstum beträgt pro Jahr 2 - 5 cm. Der Stamm kann einen Umfang von bis 40 cm erreichen und bis 6 m hoch werden. Ein solcher Baumfarn soll bis zu 400 Jahre alt werden. Der Stamm der Baumfarne weist kein so markantes Dickenwachstum wie das der Samenpflanzen aus. Er besteht auch nicht aus Holz, sondern es ist eine Bündelung von Wurzeln und Blattstielen, die Wasser und Nährstoffe aufnehmen. Dieser Stamm ist gleichzeitig von einem Wurzelgeflecht umzogen, das massgebend an der Wasseraufnahme beteiligt ist. Das Wurzelwerk im Boden dient in erster Linie der Verankerung der Pflanze. Für die Wasseraufnahme sind sie nicht so wichtig, wie die Wurzeln am Stamm. Am oberen Ende dieses Stamms sitzen nestartig die Blattwedel wie bei den Farnen. Diese Krone kann aus bis 60 Wedeln bestehen. Die Farnwedel des Baumfarns können bei ausgewachsenen Exemplaren 2 - 4 m lang sein. Meist sind sie ein- oder mehrfach gefiedert. Die Vermehrung der Baumfarne erfolgt wie bei allen Farnen nicht über Samen, sondern über Sporen. Diese sitzen an der Wedelunterseite in Sporangien. Charakteristisch bei der Fortpflanzung ist der Wechsel von 2 Generationen. Aus einer Spore entwickelt sich zuerst ein so genanntes Vorblatt, das Prothallium. Darauf befinden sich die männlichen und weiblichen Geschlechtsorgane. Dies ist das 1. Stadium, das 2. beginnt nach der Befruchtung der Eizelle auf dem Vorblatt. Erst jetzt bildet sich die eigentliche Pflanze, der Baumfarn. In Gegenden wie Südengland mit seinem milden Klima gedeiht Dicksonia ganzjährig im Freien. In unseren Breitengraden muss Dicksonia als Kübelpflanze gehalten werden. Im Sommer ist ein halbschattiger bis schattiger geschützter Standort, auch unter Bäumen, ideal. In der Wohnung gedeiht er an einem hellen, aber nicht sonnigen Platz am besten. Auch ein dunklerer Standort, wo viele andere Topfpflanzen nicht mehr wachsen, genügt ihm noch. Dicksonia mag keine zu heissen Temperaturen. Im Hochsommer ist deshalb ein schattiger Standort und konstante Feuchtigkeit sehr wichtig. Baumfarne vertragen keine andauernde Trockenheit. Die Pflanze, das heisst Stamm und Krone, sollten nie austrocknen. Die Pflanze muss also regelmässig gegossen werden. Der Stamm mit seinem Wurzelgeflecht und das Herz, wo die Blätter herauswachsen, sollte feucht gehalten und immer beim Giessen miteinbezogen werden. Dem Giesswasser kann man regelmässig einen Grünpflanzendünger in schwacher Konzentration beigeben. Auch eine ein- oder zweimalige Düngung mit einem Vorratsdünger wie Osmocote oder Tardit ist möglich. Als Substrat mag der Baumfarn eine gute humose Pflanzerde mit Torfanteil. Auch Rhododendronerde eignet sich. Dicksonia antarctica ist relativ Frost tolerant. Er soll kurzfristig Temperaturen bis - 12 ° C ertragen. Die Blätter werden jedoch bei ca. - 5 ° C braun und sterben ab. Dies schadet der Pflanze nicht; sie kann im folgenden Frühling wieder austreiben. Für die Überwinterung ist ein kühler Wintergarten ideal. Aber auch eine nicht zu dunkle Garage oder ein kaltes Treppenhaus ist eine Möglichkeit. Der Baumfarn ist leider eine eher selten anzutreffende Kübelpflanze. Er besitzt aber einen unwiderstehlichen Charme und ist eine Bereicherung für jeden Pflanzenliebhaber.
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