Azalee – Zimmerazalee (Rhododendron simsii)

Die Zimmer- oder Topfazalee oder auch Indische Azalee ist eine Kreuzung aus der Wildart Rhododendron simsii. Beheimatet ist diese Art in China und Taiwan. Dort wachsen sie in kühlen Schluchten und feuchten Wäldern. Die Bezeichnung Indische Azalee erhielt diese Pflanze vermutlich, weil sie über Ostindien per Schiff nach Europa kam. Eine Verwandte der Zimmerazalee ist unsere Alpenrose. Zimmerazaleen gehören zu den Heidekrautgewächsen (Ericaceae). Die Gattung Rhododendron ist die grösste Gruppe in dieser Familie und umfasst ca. 1300 Arten. Der Name Rhododendron bedeutet Rosenbaum. Die Wörter rhodos = Rose und dendron = Baum sind griechisch. Der Name „simsii“ kommt vom englischen Botaniker John Sims, der die Pflanze 1810 nach Europa brachte. Das lateinische Wort „azaleos“ steht für trocken, hart, dürr. Es bezieht sich auf die Beschaffenheit der Blätter. Neben der Indischen Azalee ist etwas seltener auch die Japanische Azalee (Rhododendron japonicum oder obtusum) als Zimmerpflanze im Angebot. Diese erscheint jeweils ab etwa Februar auf dem Markt. Die Blüten der Zimmerazalee sind weiss, rosa bis rot und violett mit vielen Zwischenfarben, einfach oder gefüllt blühend. Und wie es keine blaue Rose gibt, ist es bis heute hier nicht gelungen, eine gelbe Sorte zu züchten. Die Blütezeit ist unterschiedlich, von September bis Mai. Azaleen werden als Büsche, Minipflänzchen, Pyramiden oder Stämmchen angeboten. Ihr Wuchs ist kompakt und buschig. Sie kann bis 120 cm hoch werden. Die Blättchen sind immergrün, eiförmig und haben eine dunkelbraune Blattunterseite, wenn sie ausgewachsen sind. Beim Kauf sollte man darauf achten, dass die Pflanze möglichst viele Blütenknospen hat und etwa die Hälfte davon Farbe zeigt und nur wenige Blüten schon aufgeblüht sind. Je nach Raumtemperatur kann man sich während 3 - 8 Wochen an den Blüten der Azalee erfreuen. 10 ° C - 17 ° C wären ideal. Dies ist aber nur in einem kalten Wintergarten möglich. Jeder Wohnraum ist wärmer. Bei zu warmem Standort in Verbindung mit trockener Luft können Knospen austrocknen und abfallen. Ein regelmässiges Besprühen mit kalkfreiem Wasser kann abhelfen. Sobald die Blüten geöffnet sind, vertragen sie das Wasser schlechter und bekommen Flecken, wenn zuviel gegossen wird. Eine Möglichkeit ist, die Azalee in einen grösseren Übertopf zu stellen und etwas Hydrokulturgranulat einzufüllen. Nun kann man etwas Wasser bis auf die Höhe des Granulats geben, ohne dass die Pflanze im Wasser steht. Das Wasser kann nun verdunsten, und die Pflanze erhält so eine etwas höhere Luftfeuchtigkeit. Verblühte Blüten und Neutriebe immer gleich ausbrechen. Azaleen mögen einen hellen Standort, ohne direkte Sonne. Azaleen sind empfindlich gegen Kalk im Substrat und im Giesswasser. Ideal wäre Regenwasser oder entkalktes Wasser. Die Zimmerazalee braucht eine gleichmässig feuchte Erde, ohne Staunässe. Überschüssiges Wasser im Unterteller immer ableeren. Auch ein Tauchbad in einem Gefäss mit Wasser lässt den Topfballen gleichmässig feucht werden. Staunässe kann eine Ursache sein, wenn die Blätter plötzlich grün abfallen. Düngen ist während der Blütezeit nicht notwendig. In der Regel wird die Zimmerazalee solange gepflegt, wie sie Blüten hat. Nachher wandert sie auf den Kompost. Wer Geduld hat, kann versuchen, die Zimmerazalee zu „übersömmern“ und sie im kommenden Herbst/Winter wieder zum Blühen zu bringen. Falls sich nach der Blüte Samen gebildet haben, diese entfernen. Die jungen Triebe, die sich im Wohnraum bilden, sind meist zu schwach und sollten laufend ausgebrochen werden. Im Frühjahr, wenn keine Fröste mehr zu erwarten sind, kommt die Pflanze ins Freie an einen halbschattigen Standort. Sie kann jetzt auch einen grösseren Topf erhalten. Als Substrat Rhododendronerde oder Torf wählen. Gedüngt wird nur von Frühling bis Sommer, alle 2 - 3 Wochen mit einem Rhododendrondünger. Azaleen sind salzempfindlich, daher eher sparsam düngen mit niedrigen Konzentrationen. Im Herbst, vor den ersten Nachtfrösten, die Pflanze wieder ins Haus zügeln. Ideal ist erst ein kühler Platz zwischen 10 ° C und 15 ° C. Erst wenn die Knospen grösser sind, nach rund 6 Wochen, kann sie in den Wohnraum genommen werden. Die Vermehrung der Zimmerazalee erfolgt in den Gärtnereien auf vegetativem Weg, das heisst durch Stecklinge. Eine Aussaat ist nicht möglich. Es würde hunderte von verschiedenen neuen Pflänzchen geben. Die ursprüngliche Sorte könnte so nicht erhalten werden. Man bezeichnet diese Eigenart auch als nicht „samenecht“.
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