Flamingoblume (Anthurium)

Die Flamingoblumen, lateinisch Anthurium, bilden eine Gattung mit über 600 Arten und gehören zur Familie der Aronstabgewächse (Araceae). Ihre Heimat ist das tropische Mittel- und Südamerika. Es sind immergrüne, krautige Pflanzen. Auch viele Epiphyten befinden sich darunter. Ein Epiphyt ist eine Pflanze, die auf einer andern Pflanze wächst, ohne dieser zu schaden. Der Name Anthurium setzt sich aus den griechischen Wörtern anthos = Blume und oura = Schwanz, Schweif zusammen. Neben dem deutschen Namen Flamingoblume, kommen die Namen Blütenschweif und Schwefelblume vor. Als Topfpflanzen sind vor allem 2 Arten bekannt: die grosse Flamingoblume (Anthurium andreanum) und die kleine Flamingoblume (Anthurium scherzerianum). Oft findet man noch Anthurium crystallinum. Diese ist vor allem wegen ihrer hübsch gezeichneten Blätter bekannt. Der französische Botaniker Eduard André entdeckte die Anthurie 1876 und brachte sie von Ecuador und Kolumbien nach Europa. Die meisten Arten andreanum und scherzerianum sind Kreuzungen, also Hybriden. Früher war die kleine Flamingoblume (Anthurium scherzerianum) häufiger vertreten. Heute finden sich ebenso viele schöne Züchtungen der Andreanum-Hybriden. Die Blätter der kleinen Flamingoblume sitzen auf kurzen Stielen, sind länglich elliptisch bis lanzettlich, ledrig, dunkelgrün, 15 - 20 cm lang und aufrecht. Die Blätter der grossen Flamingoblume sind an einem langen Stiel, glänzend dunkelgrün, breit pfeilförmig, 30 - 40 cm lang und hängen herab. Ohne Blüten sind die Pflanzen unscheinbar. Mit ihren Blüten aber machen sie Furore. Die Blüten bestehen aus einem meist leuchtend roten Hochblatt, der Spatha, und bei der kleinen Flamingoblume einem gelben bis roten gedrehten Kolben, dem Spadix. Die eigentlichen Blüten befinden sich am Kolben und sind unscheinbar und klein. Die Blüten der grossen Flamingoblume sind auffallend glänzend und wirken wie mit Lack überzogen. Der Kolben ist meist gerade und weiss bis gelb. Die Kleine Flamingoblume kann nicht mit so viel Pracht aufwarten, blüht dafür aber wesentlich reicher. Neben rot gibt es bei neuen Züchtungen Varianten von weiss, rosa und Schattierungen in rot-grün-weiss. Der Standort einer Flamingoblume sollte sehr hell sein, aber ohne direkte Sonnenbestrahlung. Da die Flamingoblume aus tropischen Gegenden kommt, mag sie eine hohe Luftfeuchtigkeit. Diese kann man mit regelmässigem Besprühen der Blätter mit kalkfreiem Wasser erreichen. Bei zu trockener Luft geschieht es häufig, dass sich die Blatt- oder Blütenknospen nicht öffnen. Von Frühling bis Herbst sollte man die Flamingoblume regelmässig giessen. Das Substrat darf leicht feucht sein; Staunässe ist aber zu vermeiden. Die Wurzeln können schnell faulen. In den Wintermonaten dürfen die Wassergaben etwas reduziert werden. Zeigen sich an den Blattspitzen gelbbraune Stellen, ist das Giesswasser zu kalkhaltig. Ideal ist eine Zimmertemperatur von 20 ° C. Ist es wesentlich wärmer, macht die Pflanze weniger Blüten. Für eine reiche Blüte kann speziell die kleine Flamingoblume während 6 - 8 Wochen etwas kühler, bei 15 - 18 ° C, gehalten werden. Flamingoblumen sind auch ideal für Hydrokulturen, da die Luftfeuchtigkeit durch den Wasservorrat über dem Hydrogefäss höher ist. Für ein gutes Gedeihen wird von Frühjahr bis Sommer regelmässig mit einem in halber Konzentration verdünnten Flüssigdünger gedüngt. Als Substrat ist eine durchlässige, lockere Orchideen- oder Bromelienerde ideal. Am besten topft man die Flamingoblume alle 2 - 3 Jahre um. Bei sehr grossen Exemplaren kann auch nur die oberste Erdschicht mit neuem Substrat ersetzt werden. Die Blütezeit ist normalerweise Februar bis Mai, kann aber bei sehr guter Pflege das ganze Jahr andauern. Zu kalte Luft kann zu Grauschimmel an der Pflanze führen. Auch Spinnmilben, Schild- oder Blattläuse sind als Schädlinge bekannt. Rollen sich die Blätter von der Seite her ein, kann grelle Sonne daran schuld sein. Die Flamingoblume ist nicht nur eine attraktive Zimmerpflanze, sie findet auch als Schnittblume mit exotischer Ausstrahlung bei den Floristen gerne Verwendung. Eine frische, geschnittene Flamingoblume kann, wenn sie regelmässig angeschnitten wird, bis 6 Wochen in der Vase halten. Ob eine Blume frisch ist, erkennt man am Kolben, dort wo die eigentlichen Blüten sitzen. Sind diese als Noppen schon gut sichtbar, ist die Blüte älter. Eine frische Flamingoblume besitzt einen glatten Kolben.
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