Geranie (Pelargonium)

Das Geranium oder die Geranie wie die lateinisch bezeichnete Pelargonie umgangssprachlich genannt wird, ist eine der beliebtesten Balkonpflanzen. Doch bei der Namensgebung gibt es Verwirrungen. Was wir oft als Geranium bezeichnen, heisst korrekt Pelargonium. Die Pflanze, deren richtiger Name Geranium ist, ist eine winterharte mehrjährige, teilweise einheimische Staude. Auf Deutsch heisst diese Pflanze Storchschnabel. Die Pelargonie und das Geranium gehören zur Pflanzenfamilie der Storchschnabelgewächse (Geraniaceae). Auch der Name Pelargonie stammt vom griechischen Pelargor, was Storch bedeutet. Die Bezeichnung weist auf das Aussehen des Samenstandes hin, der einem Storchenkopf mit Schnabel ähnelt. In unserem Porträt bleiben wir bei der Bezeichnung des bei uns üblichen Geranium oder der Geranie. Die Gattung Pelargonium umfasst rund 280 Arten. Die meisten sind in Südafrika und Namibia beheimatet. Der Rest kommt im tropischen Afrika, in Vorderasien, Australien sowie auf einigen Inseln im indischen Ozean vor. Die meisten Arten sind mehrjährige, krautige Pflanzen, die bei uns nicht winterhart sind. Die Balkon-Geranie ist eine Kreuzung aus Wildarten. So stammt die aufrecht stehende Geranie vor allem von Pelargonium zonale und P. inquinans ab, die hängende vor allem von P. peltatum. Neben diesen bekanntesten Formen hat auch das englische Geranium, auch Edel-Geranium oder Edel-Pelargonie, eine gewisse Bedeutung. Sie wird mitunter als Zimmerpflanze angeboten und daher auch Zimmer-Pelargonie genannt. Dann gibt es die weniger wegen ihrer Blüten sondern wegen ihres Dufts, den ihr Laub verströmt, bekannten Duftgeranien. In Europa wurden die ersten Pelargonien-Wildarten aus Südafrika Anfang 17. Jahrhundert eingeführt. Bis heute gehören diese Pflanzen zu den wirtschaftlich bedeutendsten Zierpflanzen. Durch Züchtungen entstanden innerhalb der Zonale und Peltatum-Arten Hunderte von Sorten. Neben der Verwendung als Beet-/Balkonpflanze wird aus speziellen Geranien (Pelargonium reniforme und P. sidoides) ein Medikament hergestellt mit dem Namen Umckaloabo. Es wird bei chronischen Infektionen der Atemwege und des Hals-Nasen-Ohrenbereiches angewendet.
Aus den unzähligen Duftgeranien werden ätherische Öle destilliert. Diese duften je nach Geranie nach Rosen, Zitronen, Orangen, Gewürzen, Pfefferminze und vielem mehr. Der Geruch einiger Arten soll Motten, Mücken, Ameisen und Ungeziefer von Pflanzen fernhalten. Die meisten Duftgeranien sind Wildarten. Ihre unscheinbaren Blüten entstehen von April bis Oktober. Sie mögen einen hellen, luftigen und warmen Standort. Je sonniger und wärmer, desto intensiver der Duft. Sie können eine Höhe von 30 - 60 cm erreichen. Regelmässiges leichtes Zurückschneiden der Pflanzen fördert die Buschigkeit. Die aufrecht stehenden Geranien erreichen eine Höhe von maximal rund 40 cm. Viele Sorten bleiben wesentlich kürzer. Die Blätter der aufrechten Geranien sind rundlich, leicht gewellt und weisen meist ein bräunliches Gürtelband auf der Blattoberseite auf. Zudem sind sie samtartig behaart. Es gibt auch buntlaubige Sorten, die schon durch ihre auffallende Belaubung sehr dekorativ wirken. Die hängenden Geranien haben grüne, glänzende, fast wie Plastik wirkende Blätter, ohne Zeichnung und Behaarung. Die Blüten stehen in Gruppen an einem langen Blütenstiel und erscheinen von Mai bis zu den ersten Herbstfrösten. Das Farbangebot umfasst weiss, lila, rosa, orange, rot bis purpur und violett in vielen Farbtönen. Es gibt gefüllte und einfach blühende Sorten. Gefüllte sind empfindlicher auf Regen und oft nicht „selbstreinigend“. So bezeichnet man das Verhalten der Blütenblätter, wenn sie abfallen ohne dass sie von Hand gezupft werden müssen. Meistens wird empfohlen, alle verblühten Blütenstängel laufend zu entfernen. Einerseits aus optischen Gründen, andererseits bringt man die Pflanze so dazu, schneller neue Blüten zu bilden. Auch dürre Blätter entfernt man mit Vorteil regelmässig, um Pilzkrankheiten vorzubeugen. Gerade bei Regenwetter ist es wichtig, Verdorrtes zu entfernen, sonst bildet sich schnell die Pilzkrankheit Grauschimmel. Im Sommer müssen Geranien regelmässig gewässert werden. Oft reicht an heissen Tagen ein einmaliges Wässern von Pflanzen, die in relativ kleinen Balkonkästen stehen, nicht. Stehende Nässe ist aber unbedingt zu vermeiden; die Wurzeln nehmen sonst Schaden. Die aufrechten und hängenden Geranien sind „Starkzehrer“. Sie benötigen für ein gutes Durchblühen bis in den Herbst regelmässig Dünger. Je nach Dünger kann man täglich mit dem Giesswasser oder dreimal wöchentlich mit speziellem Geraniendünger düngen. Es gibt auch Langzeitdünger, bei denen je nach Gefässgrösse eine zwei- bis dreimalige Gabe von Mai bis Oktober ausreicht. Um den Blütenreichtum zu fördern, kann mit speziellen Blütendüngern nachgeholfen werden. Duftgeranien benötigen eher weniger Wasser und Dünger. Geranien brauchen, je nach Sorte, einen sonnigen bis halbschattigen Standort, um ihre volle Blütenpracht entwickeln zu können. Möchte man die Pflanzen überwintern, schneidet man sie vor dem ersten Frost auf etwa 10 - 15 cm zurück und stellt sie in einem nicht zu dunklen Raum bei 5 - 15 ° C auf. Sie sollten in dieser Zeit recht trocken gehalten werden. Einmal pro Monat Wasser reicht in der Regel. Im Frühjahr ist es wichtig, dass man sie möglichst hell und etwas wärmer stellen kann und nach und nach wieder mehr Wasser gibt. Dürres wird nochmals entfernt. Die Umstellung ins Freie sollte so erfolgen, dass sie zuerst an einem geschützten eher schattigen Standort an die neue Umgebung gewöhnt werden. Als Alternative zum Überwintern kann man im Herbst von alten Pflanzen Stecklinge schneiden und diese in Töpfen auf dem Fenstersims an einem nicht zu warmen Ort kultivieren. Oft fehlen in der heutigen Zeit diese Überwinterungsmöglichkeiten und wir behandeln die Geranien wie einjährige Pflanzen und kaufen uns im nächsten Jahr neue. Der Vorteil daran ist, dass man die Sorten und Blütenfarben wechseln und den Balkonkistchen ein anderes Aussehen verschaffen kann. Geranien sind alleine und auch mit anderen Balkonpflanzen kombiniert schön. Neben den Balkonkistchen schmücken sie grössere dekorative Kübel, Tröge und Ampeln. Auch fürs Freiland als Beetpflanze gibt es speziell robuste Sorten.
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