Amaryllis (Hippeastrum)

Die Amaryllis oder der Ritterstern, wie die Zwiebelpflanze auf deutsch genannt wird, heisst auf lateinisch Hippeastrum. Die bei uns bekannten Pflanzen sind vorwiegend Hybriden, das heisst Kreuzungen. Verwirrend ist, dass es eine Pflanze gibt, die mit lateinischem Namen Amaryllis heisst. Deren deutscher Name ist Belladonnalilie. Die Urform der Amaryllis, dabei sprechen wir von der botanischen Hippeastrum, kommt aus Südamerika, Brasilien und Peru bis Mexiko, und gehört zur Familie der Amaryllisgewächse (Amaryllidacea). Sie wächst in Wald- und Steppengebieten mit ausgeprägten Trockenzeiten. Der lateinische Name Hippeastrum setzt sich aus dem griechischen hippeus für Ritter und dem lateinischen Wort astrum für Stern zusammen und entspricht so dem deutschen Namen Ritterstern. Zu Unrecht oft als altmodisch verschrien, gibt es bei den heutigen Züchtungen viele neue attraktive Farben und Sorten: Rosa- und Rot-Töne, weisse, zweifarbige, gestreifte oder gesprenkelte Sorten. Sorten mit riesigen oder mit zierlicheren, kleinen Blüten. Gefüllte oder einfach blühende. Die Grösse der Zwiebeln ist sehr unterschiedlich. Kleinblumige Sorten haben einen Zwiebelumfang von etwa 25 cm, riesenblütige können einen Umfang von bis zu 40 cm haben. Ob eine Zwiebel einen oder mehrere Blütenschäfte ausbildet, hat nichts mit der Zwiebelgrösse zu tun, sondern mit der korrekten Vorkultur. Im Handel sind Amaryllis im Herbst und Winter als Zwiebeln oder fertige Pflanzen im Topf erhältlich. Hat man eine Zwiebel erstanden, so topft man sie in einen möglichst kleinen, der Grösse der Zwiebel angepassten Topf und bedeckt dabei die Hälfte bis 2/3 der Zwiebel mit Erde. Pflanzt man sie zu hoch, besteht die Gefahr, dass die Zwiebel nicht stabil ist und mit dem Gewicht der Blüten im Topf zu wackeln beginnt. Es sollte ein durchlässiges Substrat sein. Vorhandene Wurzeln nicht knicken. Man kann auch den unteren Drittel des Topfes mit Blähton oder Tonscherben füllen. Das Substrat leicht anfeuchten. Mit weiteren Wassergaben wartet man, bis sich Blütenstängel gebildet haben und diese mindestens 20 cm lang sind. Auch dann nur sehr sparsam giessen, um ein Faulen der Zwiebel zu verhindern. Da der Blütenstängel immer dem Licht entgegen wächst, dreht man den Topf von Zeit zu Zeit, so wächst der Stängel mehr oder weniger gerade. Ein solcher Blütenschaft ist mit drei bis sechs trichterförmigen Blumen besetzt und kann 50 - 90 cm hoch werden. Je mehr Licht (keine volle Sonne) eine Amaryllis erhält, umso intensiver färbt sich die Blüte aus. Oft verströmen die Blumen einen süsslichen Duft. Vom Aufstellen der Zwiebel bis zur Blüte dauert es 6 - 8 Wochen. Bei idealen Temperaturen (18 - 20 ° C) hält die Blüte 4 bis 5 Wochen. Kleinblütige Sorten entwickeln die Blütenstängel oft nicht miteinander. Dadurch kann sogar eine Blütezeit von bis 8 Wochen erreicht werden. Um eine optimale Blütezeit zu erreichen, ist es wichtig, dass Abgeblühtes sofort entfernt wird. Wollen wir die Amaryllis nach der Blüte weiterkultivieren, schneiden wir den ganzen Stängel ab. Dann wachsen die meist schon vorher vorhandenen Blattstummel in die Länge. Die Blätter sind schmal riemenförmig und können bis 100 cm lang werden. Nun ist eine Düngergabe angesagt. Im Frühling, sobald keine Fröste mehr zu erwarten sind, ist ein sonniger bis leicht schattiger Platz im Freien ideal. Vor allem beim Wechsel ins Freie muss man während den ersten 14 Tagen mit der Sonne aufpassen, um einen Sonnenbrand an den Blättern zu vermeiden. In der Wachstumsphase düngen wir einmal wöchentlich mit einem Volldünger. Ab August reduziert man die Wassergaben und hört im September damit auf. Dabei welken die Blätter. Sie können jetzt entfernt werden. Entweder man nimmt die Zwiebel aus dem Topf und lagert sie, oder auch den ganzen Topf inkl. Zwiebel, an einem dunklen, kühlen Ort (Keller). Es ist möglich, dass sich kleine Tochterzwiebeln entwickelt haben. Diese entfernen wir von der alten Zwiebel. Hat man Geduld, können auch diese weiter gezogen werden. Es braucht aber 2 bis 3 Jahre bis sie eine Blüte macht. Im Dezember pflanzen wir die Zwiebel in frische Erde und stellen sie im Wohnbereich auf. Der Zyklus beginnt von vorne. Das mag aufwändig tönen. Ein echter Pflanzenfreak lässt sich aber davon nicht abhalten. Alle andern können sich jedes Jahr eine neue Pflanze gönnen, zur Abwechslung auch in einer anderen Farbe. Amaryllis enthalten in der Zwiebel und in den anderen Pflanzenteilen Alkaloide. Die Pflanzen sind also giftig. Daher heisst es Vorsicht walten mit Kleinkindern und Haustieren. Vergiftungserscheinungen sind Übelkeit und Erbrechen, Schweissausbrüche, Benommenheit und Durchfall. Durch den Kontakt mit der Pflanze können auch Hautreizungen entstehen.
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