Felsenbirne (Amelanchier)

Der Amelanchier, deutsch Felsenbirne, gehört zu den Rosengewächsen (Rosaceae). Die Gattung Amelanchier umfasst 25 verschiedene Arten. Eine davon, die echte Felsenbirne (Amelanchier ovalis), wächst wild in unseren Breitengraden an steinigen Hängen und Felsen und kommt bis in Höhen von 2000 m vor. Sie ist ein Pionierstrauch und besiedelt Felswände ohne Bodenauflage. Felsspalten genügen ihr, um sich zu verankern und zu wachsen. Neben der echten Felsenbirne sind auch die Kupferfelsenbirne (Amelanchier lamarckii) und die kahle Felsenbirne (Amelanchier laevis) als Ziersträucher für den Garten oft im Handel anzutreffen. Diese Arten finden Sie je nach Jahreszeit auch in den Wyss GartenHäusern. Die Kupferfelsenbirne ist, obwohl ursprünglich aus Nordamerika stammend, seit mehr als 100 Jahren in Mitteleuropa eingebürgert und kommt auch wild vor. Felsenbirnen wachsen als mehrstämmige Sträucher mit locker überhängenden Zweigen oder kleine Bäume und werden je nach Art 3 bis 8 m hoch. Viele Arten stammen aus Nordamerika. Von April bis Juni schmückt sich die Felsenbirne mit unzähligen weissen Blütenbüscheln, die auch von Bienen gerne besucht werden. Die Blätter sind einfach, oval und haben meist eine auffallend schöne, orangegelbe bis kupferrote Herbstfärbung. Die Kupferfelsenbirne hat einen auffallenden kupfrigen Blatt-Austrieb im Frühling, daher auch der Name. Zu dieser Zeit sind die Blätter aller Felsenbirnen noch silbrig behaart. Später sind sie nur noch auf der Blattunterseite filzig behaart. Die Früchte sind purpurrot bis bläulich schwarz, oft auch bereift, und haben eine Grösse von 10 bis 12 mm. Die Früchte der vorgängig genannten drei Arten sind alle essbar, schmecken heidelbeerartig süss und sind saftig. Die Reifezeit ist in den Monaten Juli bis August. Seit 1596 wird die echte Felsenbirne in Europa als Wildobstgehölz kultiviert. Heute jedoch hat die Kupferfelsenbirne für den Wildobstbau die grössere Bedeutung. Ihre aromatisch süssen Früchte haben ihr den Namen Rosinenbaum eingetragen. Will man diese Früchte selber ernten, empfiehlt sich ein Vogelschutznetz, denn auch die Vögel lieben den Geschmack der Beeren. Felsenbirnenfrüchte sind für den Frischverzehr und auch zur Herstellung von Marmelade geeignet. Die Marmelade soll sogar einen marzipanartigen Beigeschmack haben. Da die Früchte einen hohen Pektingehalt haben, ist zur Herstellung der Marmelade nicht einmal Geliermittel nötig. So können sie auch mit anderen Früchten gemischt werden. Während kürzerer Zeit können die Früchte auch tiefgekühlt konserviert werden. Als Dörrobst sind vor allem die Früchte der Kupferfelsenbirne ein Ersatz für Rosinen. Botanisch korrekt werden die Früchte als Sammelscheinfrucht bezeichnet. Die eigentlichen Früchte sind im Fruchtfleisch eingeschlossen. In den Blättern und dem eigentlichen harten Fruchtkern befinden sich geringe Mengen von Glykosiden. Der Verzehr grösserer Mengen kann in Einzelfällen zu Unwohlsein führen. Die Felsenbirne ist im Garten ein dekorativer Zierstrauch, alleine stehend, in Gruppen oder in einer Blütenhecke. Sie eignet sich auch gut für Tröge und Kübel. Sie ist recht anspruchslos in Bezug auf den Boden und kommt auch mit nährstoffarmen Böden gut zurecht. Der Boden sollte eher trocken sein. Der Amelanchier mag einen sonnigen Standort, wächst aber auch im leichten Schatten. Um eine Felsenbirne möglichst lange buschig zu halten und zu verhindern, dass sie von unten her kahl wird, kann man ältere Äste an der Basis entfernen. Man spricht in der Fachsprache von auslichten. Zu lange Äste können eingekürzt werden. Bei den Felsenbirnen gibt es auch veredelte Sorten. Diese sind oft auf eine andere Pflanze, wie z. B. den Weissdorn, veredelt. Hat man eine solche Felsenbirnen-Sorte wie die Sorte ‚Ballerina’, ist es möglich, dass unter der Veredlungsstelle Wildtriebe von der anderen Pflanze austreiben. Diese müssen entfernt werden. ‚Ballerina’ hat gegenüber den vorher genannten Arten den Vorteil, dass sie weniger anfällig ist auf die Pilzkrankheit echter Mehltau. Auch diese Sorte ist in den Wyss GartenHäusern erhältlich. Betrachtet man all die positiven Eigenschaften dieser Pflanze, so sollten sie in unseren Gärten viel öfter anzutreffen sein. Wer Liebhaber von Früchten ist und diese gerne auf die unterschiedlichsten Arten zubereitet und konserviert, für den ist eine Felsenbirne fast ein Muss.
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