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Aktualisiert 3.9.2010

 

 

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Dürfen wir vorstellen:

Christrose (Helleborus) 
Christrose (Helleborus niger) 'Praecox'

Sie trotzt Eis und Schnee, wächst mitten im Winter und ist, neben dem Weihnachtsstern, die Blume fürs Christfest schlechthin. Sie galt schon in der Antike und im Mittelalter als Zauber- und Heilpflanze. Im Altertum wurde sie auch gegen Geisteskrankheiten (helleborio = verrückt) angewendet. Mit pulverisierten Rhizomen der Christrose putzte man sich – allerdings wegen des Giftes nicht ganz ungefährlich – die Nase frei und meinte, damit böse Geister und Krankheiten auszuniesen. Christrosenpulver ist heute noch Bestandteil von Niespulvern und Schnupftabak, und diese Verwendung gab ihr auch den Namen Nieswurz. Nach einem Aberglauben des Mittelalters sucht die Kröte (Bufo) unter der Christrose nicht nur Schutz, sondern bezieht durch Zauberkraft aus ihr das Gift. Kurioserweise besitzen die Wirkstoffe Bufotalidin aus dieser Kröte sowie Hellebrigenin aus der Christrose dieselbe chemische Struktur – einer der vielen Beweise dafür, wie Aberglaube und Wissen sich verknüpfen. Bei uns gedeiht diese Staude mit immergrünen Blättern am besten in halb- oder ganzschattiger Lage auf kalkhaltigen, nährstoffreichen und humosen Böden. Seit Jahrhunderten werden vor allem die drei in den Mittelgebirgen oder Alpen vorkommenden Arten kultiviert: Helleborus niger mit ihren weissen und schwachrosa Blüten (Dezember bis März); Helleborus foetidus blüht hellgrün mit zartem purpurnem Anflug (März bis April); Helleborus viridis. Im Garten ist die Christrose am schönsten als alt eingewachsene Pflanze. Bei guter Pflege und artgerechtem Standort wird sie von Jahr zu Jahr schöner. Christrosen wollen ungestört lange am selben Ort wachsen. Sie werden in kleinen Trupps gepflanzt. Die beste Zeit dafür ist April oder August/September. Um das Wurzelwerk nicht zu beschädigen, sollte die Erde um die Pflanzen herum nicht bearbeitet werden, sondern ganzjährig mit Rindenmulch bedeckt sein. Im Frühjahr wird die Winterdecke leicht aufgelockert und die abgestorbenen Blätter und Blüten abgeschnitten. Pilzkrankheiten werden durch zu engen Stand, zu feuchten Boden und dicht liegendes Falllaub gefördert. Die Christrose ist in vielerlei Hinsicht eine spezielle Pflanze. Eine wahre Freude ist es, im Winterhalbjahr bis hin zum Frühling das Wachstum und die Blüte der Helleborusarten zu betrachten. 

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