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Aktualisiert 3.9.2010

 

 

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Feige (Ficus) 
Feige (Ficus carica)

Die Familie Ficus umfasst viele Arten. Es sind Bäume, Sträucher, Lianen, selten Kräuter, und häufig mit Luftwurzeln versehen. Einige sind uns als Zimmerpflanzen bekannt. So die Birkenfeige (Ficus benjaminii) oder der Gummibaum (Ficus elastica). Nur die Fruchtfeige bringt geniessbare Früchte hervor. Der Feigenbaum gehört zur Familie der Maulbeergewächse (Moracea). Die Heimat der Wildformen des Feigenbaums ist Vorderasien, wo sie von den Assyrern kultiviert wurde. Heute ist der Feigenbaum vor allem im mediterranen Raum eine verbreitete Nutzpflanze. 90 % der Weltproduktion von Feigen kommen von dort. Fossile Funde belegen, dass die Feige eine der ältesten Kulturpflanzen der Menschheit ist. Feigen gehörten früher zu den wichtigsten Wintervorräten der Landbevölkerung. Daneben hat der Feigenbaum auch symbolische Bedeutung. In der christlichen Kunst steht er für den „Baum der Erkenntnis“. Buddha soll seine Erleuchtung ebenfalls unter einem Feigenbaum gehabt haben. Auch glaubte man früher, dass das Tragen von Feigen vor dem Bösen Blick schützen könne. Bekannt ist die Feige auch dadurch, dass Adam und Eva ihre Nacktheit mit Feigenblättern bedeckten. So wurden über Jahrhunderte nackte Figuren von Malern mit Feigenblättern ausgestattet. Der Feigenbaum wird bis 10 m hoch. Meist sind die Pflanzen deutlich breiter als hoch. Er ist im Gegensatz zu seinen Kollegen im Zimmer Laub abwerfend. Die Blätter sind in der Form einer Hand ähnlich, 3- bis 5-fach gelappt, ledrig und gross. Je nach Sorte sind sie unterschiedlich stark und tief geschlitzt. Typisch für die meisten Feigenpflanzen ist der weisse Milchsaft, den sie im Innern der Äste und Zweige führen. Die Früchte sind frisch und getrocknet ein Genuss. Es gibt Sorten mit grünen, gelben oder violettblauen Früchten. Die frischen Früchte gehen wegen ihres hohen Zuckergehaltes leicht in Gärung über und sind daher nicht haltbar. Getrocknete dagegen sind sehr lange haltbar. Feigen die getrocknet in den Handel kommen, werden am Baum gelassen bis sie halbtrocken sind. Danach werden sie geerntet und auf ca. 25 % ihres Wassergehaltes nachgetrocknet. Dabei kristallisiert der Traubenzucker an der Oberfläche der Feige, was die typische weisse „Bemehlung“ hervorruft. Botanisch gesehen ist die Feigenfrucht keine Frucht sondern ein Fruchtstand. Im fleischigen Mantel befinden sich die richtigen Früchte in Form von kleinen Steinfrüchtchen. Feigenbäume haben drei Blütezeiten. Die erste (Fior dei Fico) ist Februar/März und die Früchte reifen Juni/Juli, fallen meist aber frühzeitig ab, die zweite Blüte (Pedagnuoli) ist Mai/Juni, die Früchte reifen August/September und die dritte Blüte (Cimaruoli) ist im August/September und die Früchte reifen von Dezember bis März. Die drei Fruchtgenerationen sind auf den Lebenszyklus der sie befruchtenden Gallwespe abgestimmt. In unseren Breitengraden können diese Zeiten verschoben sein, und die Dauer der Ausreifung der Feigen ist länger. So haben wir in der Regel nur eine Ernte im Spätsommer/Herbst von der ersten Blüte, und wenn wir die Feige in einem Wintergarten überwintern, kann sich die folgende Fruchtgeneration über den Winter hinaus erhalten und bildet im neuen Jahr im Sommer ihre Früchte aus. Die Befruchtung bei der Feige ist etwas Spezielles. Eine Gallwespe legt ihre Eier in die sich im Innern des Fruchtstandes befindenden Blütenanlagen der Bocksfeige (Ficus carica var. caprificus). Wenn die Tiere schlüpfen und ausfliegen, nehmen sie Blütenstaub mit, besuchen die Fruchtfeige und befruchten sie. Dieser Vorgang ist hier sehr vereinfacht dargestellt, in Natura ist er einiges komplizierter. Heute gibt es viele Züchtungen, bei denen zur Bildung der Früchte keine Fremd-Bestäubung notwendig ist. Die Früchte reifen ohne eine Samenbildung aus. Die Feige liebt einen sonnigen, warmen Standort. In unseren Breitengraden sollte sie ausgepflanzt einen geschützten Standort, z. B. vor einer Hausmauer, bekommen. Im Jugendstadium sind Feigen noch empfindlicher auf tiefe Temperaturen, und ein Schutz der Pflanze und des Wurzelbereiches mit Vlies oder Reisig ist vorteilhaft. Der Feigenbaum kann auch als Kübelpflanze gehalten werden. Dann sollte er frostfrei (0 - 5 ° C) überwintert werden, und sobald er das Laub verloren hat, kann er auch dunkel stehen. Da der Feigenbaum im Frühjahr zeitig austreibt, ist ab Ende Februar ein hellerer Übergangsstandort, geschützt auch schon im Freien, ideal. Ein krasser Wechsel an die volle Sonne kann bei den jungen Blättern einen Sonnenbrand hervorrufen. Ausgepflanzte Feigenbäume nehmen mit eher trockenem Boden vorlieb. Zusätzliches Giessen ist kaum nötig. Im Topf hingegen braucht die Feige vor allem im Sommer reichlich Wasser und auch Dünger. Im Winter im Topf nur sparsam giessen. Die Feige ist eine sehr attraktive Pflanze, die jedem Garten oder jeder Terrasse einen Touch von Süden und Ferienstimmung vermittelt. Wenn sie eine gute Sorte im Fachgeschäft kaufen, bestehen grosse Chancen, Früchte ernten zu können. 

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