Drillingsblume (Bougainvillea)

Die Gattung der Bougainvillea wurde nach dem Franzosen Louis Antoine de Bougainville benannt, der 1766 die Pflanzen auf einer Erdumseglung entdeckte. Es gibt innerhalb dieser Gattung etwa 14 verschiedene strauchige bis meist kletternde Arten, die von Mittel- bis Südamerika zu Hause sind. Bougainvillea gehört zur Familie der Wunderblumengewächse (Nyctaginacea). Neben dem lateinischen hört man oft den deutschen Namen Drillingsblume. Er stammt von der Anordnung der eigentlichen Blüten, die in Dreiergruppen zusammenstehen. Am häufigsten als Kübelpflanze im Angebot sind Sorten, die aus der ursprünglich aus Brasilien stammenden Bougainvillea glabra gezüchtet wurden. Sie ist die robusteste Art. Manchmal trifft man auch auf Bougainvillea spectabilis. Diese ist nicht ganz so blühwillig, wächst stärker und die Blätter sind stark behaart. Die Triebe der Bougainvillea glabra sind bedornt und werden 5 bis 30 m lang. Die jungen Triebe und Blätter sind oft rötlich angehaucht. Ausgewachsene Blätter sind linden- bis dunkelgrün und besitzen einen seidigen Glanz. Während der Wachstumsphase können die einzelnen Triebe sehr rasch wachsen und werden dann am besten in Spalierform an einem Gerüst befestigt. In südlichen Ländern sieht man ganze Hauswände damit bedeckt. Dies ist hier nicht möglich, da die Drillingsblume keinen Frost verträgt und bei uns nur als Kübelpflanze gehalten werden kann. Deshalb ist die Wuchsgrösse beschränkt. Die vermeintlichen farbigen Blütenblätter sind nur farbige Laubblätter, so genannte Hochblätter. Die eigentliche Blüte sitzt in der Mitte dieser Hochblätter und ist unscheinbar, klein und weiss. Die Farben der Blüten variieren je nach Sorte von violett über rot, rosa, orange, gelb und sogar weiss. Die einfach blühenden Sorten stossen die verblühten Blumen selber ab. Bei den gefüllten müssen die Blüten abgezupft werden. Bei uns blüht die Bougainvillea normalerweise von Juni bis Oktober/November. Bei entsprechender Vorkultur im Gewächshaus oder wenn sie aus einem südlichen Land importiert wurde, kann sie schon ab April blühen. In ihrer brasilianischen Heimat werden die Blüten durch Kolibris bestäubt. Im Sommer fühlen sich Bougainvilleen am wohlsten an einem sonnigen, heissen und windgeschützten Standort. Am besten vor einer gegen Süden gerichteten Hauswand. So kommt die Bougainvillea auch während der Nacht in den Genuss der von der Mauer abgestrahlten Wärme. In dieser Jahreszeit darf bei warmen Temperaturen reichlich gegossen werden. Staunässe hingegen vertragen sie nicht. Als Folge faulen die Wurzeln, die Pflanze verliert die Blätter und geht ein.
Auch durch Wassermangel kann die Pflanze die Blätter abstossen. Hier hingegen wird die Pflanze nach erneuter regelmässiger Wassergabe wieder Blätter bilden und weiter wachsen. Ebenso ist die Pflanze in dieser Zeit dankbar für eine regelmässige Düngergabe. Im Winter bevorzugt sie einen kühlen Standort (5 ° - 15 ° C). Er muss nicht allzu hell sein. In dieser Zeit wird nur wenig gegossen (ca. alle 4 Wochen); das Substrat sollte nur leicht feucht sein. Ein Blattfall ist hier normal. Diese Ruhepause brauchen die Drillingsblumen, um anschliessend wieder Blüten zu produzieren. Die Drillingsblume verträgt einen kräftigen Rückschnitt problemlos. Will man sie nicht als Kletterpflanze ziehen, schneidet man sie am besten beim Einräumen ins Winterquartier zurück. Anstelle des Rückschnitts können die langen Ranken aber auch in die bestehende Pflanze eingeflochten werden. Dies kann man auch im Sommer tun, solange die Triebe noch genügend weich sind. Oft werden Bougainvilleen auch als Stämmchen angeboten. Diese schneidet man im Herbst in die ursprüngliche kugelige Form zurück.
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