Gardenie, Tiare (Gardenia tahitensis)

Die ursprüngliche Heimat von Gardenia tahitensis ist das pazifische Mikronesien. Von den Polynesiern wurde sie auf weiteren Inseln "eingebürgert". In der polynesischen Inselwelt ist die Gardenie Nationalblüte und Symbol für Lebensfreude. Gardenien gehören zur Familie der Rötegewächse (Rubiaceae). Weitere bekannte Vertreter dieser Pflanzenfamilie sind der Kaffee und der Waldmeister. Die Gattung Gardenia beinhaltet ca. 200 Arten. Neben dem üblichen Namen Gardenie wird die Pflanze auch Tiare genannt. Diese Bezeichnung hat ihren Ursprung auf Tahiti. Der Gattungsname Gardenia ist zu Ehren des Arztes Alexander Garden aus Aberdeen. Carl von Linné, der schwedische Naturwissenschaftler, der die Grundlagen der botanischen Nomenklatur erschuf, hat mit ihm korrespondiert. Die Gardenie ist ein immergrüner, nicht winterharter Strauch, der bis 2 m hoch wird. Die 10 cm langen Blätter sind glänzend grün mit ledrigem Charakter und wachsen gegenständig am Zweig. Die schneeweissen stark duftenden einfachen Blütensterne erscheinen das ganze Jahr hindurch. Hauptblütezeit sind jedoch die Monate April und September. Der besondere Duft der Tiare erinnert an Gardenien und Tuberosen gleichzeitig. Aus der Gardenie wird das Monoi-Öl, auch Monoi Tiare de Tahiti genannt, gewonnen. In Französisch-Polynesien zählt es zu den traditionellen Schönheitsmitteln für Haut und Haar. Nur der Extrakt aus Tahiti darf die Bezeichnung Monoi de Tahiti tragen. Monoi ist in der polynesischen Sprache die Bezeichnung für „duftendes Öl“. Für die Ernte werden die duftenden Blüten in der Morgendämmerung gepflückt und für einige Zeit in frischem Kokosöl eingelegt. Dabei geben sie ihre pflegenden Eigenschaften und ihren unvergleichlichen Duft an das Öl ab. James Cook scheint den Odeur des Monoi-Öles jedoch nicht besonders anziehend gefunden zu haben. So schreibt er im Logbuch über die Einwohner von Tahiti: „ Das einzig Missliche an ihnen ist das Öl, mit dem sie ihre Köpfe einreiben. Monoe, wie sie es nennen, ist ein Kokosnussöl, dem süsse Kräuter und Blumen beigemengt sind. Das Öl ist im Allgemeinen sehr ranzig, was seinem Benutzer keinen sonderlich angenehmen Duft verleiht.“ Als Zimmerpflanze ist Gardenia tahitensis kaum bekannt. Hier findet meist die Art Gardenia jasminoides Verwendung. Die Haltung von Gardenien benötigt etwas Fingerspitzengefühl. Sie brauchen einen hellen Standort ohne direkte Sonne und Temperaturen zwischen 18 und 22 ° C. Die Luftfeuchtigkeit muss immer recht hoch sein. Das Substrat sollte kalkfrei sein. Am besten benutzt man zum Giessen ebenfalls entkalktes Wasser.
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