Bocksdorn, Goij-Beere (Lycium)

Lycium barbarum ist der Name vom Gewöhnlichen Bocksdorn. Dieser kommt in Zentralchina, der Türkei, im Kaukasus und in Nordafrika wild vor und ist in ganz Europa "eingebürgert". Lycium chinensis, der Chinesische Bocksdorn, auch Wolfsbeere oder Teufelszwirn genannt, wächst in China. Ningxia ist eine Region, in der diese Pflanze sehr häufig vorkommt. Die Unterart ovatum ist ebenfalls in Europa "eingebürgert". Die Gattung Lycium gehört zur Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae). Die Bezeichnung Goij-Beere (ausgesprochen Goutschi-Beere) wird bei beiden Arten verwendet. Welche von den beiden die wahre und wirksamere Goij-Beere sein soll, darüber scheint man sich in der Literatur nicht einig zu sein. Bei uns werden diese Beeren als absolute Neuheit angepriesen. In China sind sie schon sehr lange bekannt, und es werden ihnen viele gute Eigenschaften und heilsame Kräfte zugeschrieben. Dort findet die Goij-Beere in der Küche und in der Chinesischen Medizin Verwendung. Die Goij-Beere ist ein Laub abwerfender Strauch mit bogig überhängenden, meist dornig bewehrten Zweigen. Er erreicht eine Höhe von 2 - 3 m und wird im Alter doppelt so breit wie hoch. Leider neigt die Pflanze zum Wuchern. Jeder Trieb der den Boden berührt, bildet Wurzeln und einen neuen Strauch aus. Auch unterirdisch bildet die Goij-Beere Wurzelausläufer, mit denen sie sich ausbreitet. Entgegenwirken kann man ihrem Ausbreitungsdrang, indem man die Triebe wie Brombeeren an einem Gerüst befestigt, so dass sie keinen Bodenkontakt bekommen. Die Blätter sind bei L. barbarum länglich lanzettförmig, graugrün, 2 - 3 cm breit und 3 - 10 cm lang. Die Blüte erscheint im Juni bis August. Wie kleine violette fünfteilige Sternchen sehen sie aus. Die scharlachroten eiförmigen Früchte sind 1 - 2 cm lang. Sie hängen einzeln oder in kleinen Büscheln entlang der Triebe und reifen von August bis Oktober. Jede Frucht enthält 4 - 20 braungelbe runde Samenkörner. L. chinensis hat etwas grössere Blätter und etwas rundlichere Früchte. Der Geschmack der frischen Beeren erinnert an eine Mischung aus Cranberry und Kirsche, getrocknet an den von Rosinen. Die Goij-Beere ist äusserst robust und auch für Höhenlagen geeignet. Ein sonniger Standort wird vorgezogen, doch gedeiht sie auch im Schatten. Sie erträgt Kälte, Hitze und Trockenheit problemlos. Da sie mit ihren Wurzelausläufern zum Wuchern neigt, ist sie ideal für Hangbefestigungen. Auch wenn sie im Garten mit ihren leuchtend roten Beeren im Herbst ein hübscher Blickfang und daneben ein vorzügliches Beerengehölz ist, ist Vorsicht geboten und ihrem Ausbreitungsdrang rechtzeitig Einhalt zu gebieten. Die Goij-Beeren sollen um ein Vielfaches mehr an Antioxidantien und Vitamin C als Orangen und mehr Vitamin B als jede andere Frucht enthalten. Zudem sind sie reich an Mineralien, Spurenelementen und weiteren Vitaminen. Sie werden als Anti-Aging-Sensation gepriesen, und ihr Ruf als Aphrodisiakum eilt der Beere schon seit Jahrhunderten voraus. Im Weiteren soll sie das Immunsystem und das Herzkreislaufsystem stärken, Blutdruck senkend wirken, einen positiven Einfluss auf das Sehvermögen haben, bei Müdigkeit und Stress neue Energie schenken sowie bei Gedächtnisschwäche helfen. Die Ernte der reifen Beeren geht am besten, wenn man ein Tuch unter die Pflanze legt und die Zweige schüttelt. Die Beeren können frisch genossen, getrocknet oder in Essig eingelegt werden. Aus getrockneten Beeren lässt sich ebenfalls Tee zubereiten. Frische Beeren lassen sich zu Saft verarbeiten. Neben den Beeren können auch die jungen Blätter als Blattgemüse wie Spinat verwendet werden.
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