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Aktualisiert 3.9.2010

 

 

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Apfelbeere (Aronia) 
Apfelbeere (Aronia)

Die Apfelbeere oder Schwarze Eberesche, botanisch Aronia, gehört zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Die Gattung Aronia enthält 2 Arten: Aronia arbutifolia und Aronia melanocarpa. Die Heimat beider Arten ist der Osten von Nordamerika, von Kanada bis Florida. Dort wächst sie auf sauren, eher feuchten Böden. Von da gelangte sie nach Europa und etwa um 1900 nach Russland. Aronia wachsen als sommergrüne, Laub abwerfende Sträucher und werden 2 - 3 m hoch. Sie sind robust und werden kaum von Schädlingen oder Krankheiten befallen. Die Zweige sind relativ dünn und leicht überhängend. Die Blätter sind elliptisch bis verkehrt eiförmig, 2 - 8 cm lang und fühlen sich ledrig an. Der Blattrand ist fein gesägt. Im Herbst erhalten die Blätter eine wunderschöne rote Herbstfärbung. Die kleinen 5-zähligen Blüten sind weiss bis blass rosa. Sie erinnern an die Blüten des Apfelbaumes. Mit 10 - 20 Einzelblüten bilden sie eine Dolde. Blütezeit ist im Mai. Der Duft der Aroniablüte ist ziemlich streng. Die Früchte sind erbsengross, dunkelrot bis schwarz mit einem wachsartigen Überzug. Sie reifen ab Mitte August bis Ende September. Der Geschmack ist heidelbeerähnlich, herb süss-säuerlich. Einen vollen Ertrag bringt die Pflanze ab ca. 7 Jahren. Da die Befruchtung nicht nur durch Insekten, sondern auch durch den Wind erfolgen kann, ist diese auch bei kaltem und regnerischem Wetter möglich und entsprechend gut und regelmässig ist die Ernte. Gute Sorten liefern bis zu 17 kg Früchte. Aronia melanocarpa ‚Viking’ bildet etwas grössere, flachkugelige, glänzende Früchte, die aber nicht ganz so aromatisch sind wie die der Wildform. Dafür ist diese Sorte ertragreicher und wird nur 150 cm hoch. Durch Kreuzungen aus Aronia melanocarpa und A. arbutifolia entstand Aronia x prunifolia. Zu ihr zählt die Sorte 'Nero', die sehr saftige, aromatische Früchte liefert. Die Apfelbeere bevorzugt einen sonnigen Standort. Der Boden sollte keinen zu hohen Kalkgehalt aufweisen, und zu grosse Trockenheit mag sie nicht. In besonders regenarmen Sommern ist sie dankbar für eine Wassergabe, ansonsten ist sie anspruchslos. Für einen Fruchtertrag ist kein spezieller Schnitt nötig; von Zeit zu Zeit ältere Äste entfernen genügt. Neben der Nutzung als Beerenstrauch ist Aronia bei uns mehr bekannt als Zierstrauch. Er ist ideal für Hecken und ausserdem eine hervorragende Bienenweide. Die Nutzung als Obstgehölz ist zu Beginn des 20. Jahrhunderts durch den russischen Biologen Iwan Michurin gefördert worden. Auf Grund der Frosthärte und guten Eignung als kommerziell nutzbares Obst wurde Aronia in der Sowjetunion 1946 in das Sortiment der empfohlenen Obstarten aufgenommen und sehr häufig angebaut. Die Beeren können getrocknet oder zu Saft verarbeitet werden. Der Saft ist recht herb und im Geschmack etwas ungewohnt. Er wird am ehesten mit dem Saft der schwarzen Johannisbeere verglichen oder mit Rotwein ohne Alkohol. Die Beeren schmecken frisch und getrocknet: in Müesli, als Konfitüre, Kompott usw. Sie enthalten Zucker, Säure, Pektin, Gerbstoffe, Vitamine C, B1, B2 und Provitamin A, Folsäure, Anthocyane, Flavonoide und Ballaststoffe. Wegen ihrer kräftigen roten Farbe kann Aronia auch als Lebensmittelfarbe eingesetzt werden. In Russland zählt die Pflanze längst zu den Heilpflanzen. Die Gerbstoffe in der Beere helfen bei Magen-, Darm-, Leber und Gallenbeschwerden. Aronia wirkt blutdrucksenkend, fördert die Harnausscheidung und findet Anwendung in der Dermatologie. Ebenfalls hat Aronia eine harmonisierende Wirkung auf das Immunsystem und wird bei den Folgen von Chemotherapie eingesetzt. Ausserdem soll Aronia eine vorbeugende Wirkung gegen Darmkrebs und positive Auswirkungen auf den Blutzuckerspiegel und den Fettgehalt im Blut haben. Besonders der sehr hohe Gehalt an Anthocyanidinen schützt den Menschen, indem er in seinem Körper die freien Radikale bindet. 

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