Dahlie (Dahlia)

Dahlien gehören bei uns zu den beliebtesten Gartenblumen. Kaum eine andere Blume verwöhnt uns mehr mit ihrer langen Blütenpracht in allen erdenklichen Farbschattierungen, Formen und Grössen. Sie verwandelt unsere Gärten bis zu den ersten Frösten in ein zauberhaftes Blütenmeer. Der mexikanische Botaniker Vincente Cervantes gilt als Entdecker der Dahlie und machte 1784 die ersten wissenschaftlichen Aufzeichnungen über diese Blume. Damals waren Dahlien in Mexiko längst als Kulturpflanzen verbreitet. Die Azteken nannten sie „Acocotli“ und pflegten sie als Zier- und Nahrungspflanze. Cervantes untersuchte eine Spezies dieser Gattung und gab ihr den Namen Dahlia. 1789 schickte er Samen an den Direktor des Botanischen Gartens in Madrid, wo die Zierpflanze den Korbblütlern zugeteilt wurde. 1808 erregte die erste gefüllt blühende Dahlie im Botanischen Garten Berlin grosses Aufsehen. Damit trat die Dahlie ihren Siegeszug als Gartenblume an. Wie kaum eine andere Blume hat sie Züchter zu immer neuen Kreationen angeregt. Heute ist die Vielfalt fast unüberschaubar. In Gärten können wir Dahlien bewundern, und in Kübeln auf Balkon und Terrasse hat die mexikanische Schönheit neues Terrain erobert. Im Garten sind besonders dunkellaubige Dahlien im Trend. Sie bringen mehr Farbkontrast und Abwechslung. Favoriten sind die einfach blühenden Sorten mit bronzefarbenem Laub. Zu ihnen zählen die rot blühende ’Bishop of Llandaff’ und die goldgelbe ’Bishop of York’, die in Sachen Blühwilligkeit und Farbwirkung kaum Wünsche offen lassen. Diese hohen Sorten lassen sich wirkungsvoll im Hintergrund platzieren. Immer mehr vertreten sind auch die Halskrause-Dahlien mit ihren eleganten Blüten. Anemonenblütige Dahlien wie ’Happy Single Flame’ und ’Paso Doble’ sorgen bestimmt für einen Hingucker im Blumengarten. Anfang bis Mitte Mai werden die Knollen in ca. 5 cm Tiefe gepflanzt. Je nach Sorte beträgt der Pflanzabstand 35 - 70 cm. Dahlien benötigen einen freien, sonnigen Standort. Büsche, Bäume, Mauern oder hohe Hecken, die Schatten werfen, beeinträchtigen das Wachstum erheblich. An den Boden stellt die Dahlie keine besonderen Ansprüche. Sie gedeiht in jedem normalen Gartenboden. Dieser muss nur locker und durchlässig sein, da Dahlien keine Staunässe vertragen. Dahlien können über Jahrzehnte auf den gleichen Flächen gepflanzt werden; Voraussetzung ist sachgerechte Bodenbearbeitung, regelmässige Düngung und gute Humusversorgung. Während der Saison soll der Boden locker und von Unkraut frei gehalten werden. Hierfür benützt man keine Hacke, weil damit die fleischigen Wurzelknollen verletzt werden können. Wenn die Dahlien treiben, sollten sie locker aufgebunden werden. Bei Sorten mit schwachen Stielen empfiehlt es sich, die obersten beiden Seitenknospenpaare auszubrechen. So wird die Mittelknospe kräftig. Abfallende Blütenblätter müssen unbedingt von den Laubblättern entfernt werden, um Fäulnis zu vermeiden. Für die Vase schneidet man früh morgens frisch aufgeblühte Blumen auf kräftigen Stielen. Für eine gute Haltbarkeit müssen sie, möglichst ohne Blätter, sofort ins Wasser gestellt werden. Dieses sollte man alle zwei Tage wechseln. Die Pflanzen lässt man bis zum ersten Frost stehen. Nachdem die Knollen mit möglichst viel Erde dem Boden entnommen wurden, schneidet man das Kraut 5 - 8 cm über der Knolle ab. Dahlien müssen im Winter frostfrei bei 4 - 10 ° C, ausreichender Luftfeuchtigkeit und frischer Luft aufbewahrt werden. In nicht geeigneten Kellern kann man die Knollen in gelochten Folienbeuteln, die mit Hobelspänen oder mässig feuchtem Torf gefüllt sind, überwintern.
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