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Aktualisiert 3.9.2010

 

 

Service > Pflanzenporträts

Dürfen wir vorstellen:

Elefantenbaum, Marulabaum (Sclerocarya birrea) 


Der Elefanten- oder Marulabaum, botanisch Sclerocarya birrea, gehört zur Familie der Sumachgewächse. Seine Heimat sind die warmen Regionen Subäquatorial-Afrikas. Der Elefantenbaum geniesst einen sehr hohen Stellenwert in Afrika. Er wächst einstämmig und hat eine breit ausladende, rundliche Krone. Der Stamm kann einen Durchmesser von bis 80 cm und eine Höhe von 15 - 20 m erreichen. Ohne Laub wirken die Äste abnormal dick, in der Form umgedrehter Finger. Die Rinde ist silbrig grau, gesprenkelt und löst sich scheibenartig ab. Die Rinde der jungen Äste ist behaart. Auch wenn er in einer warmen Region gedeiht, hat der Elefantenbaum eine Periode von mehreren Monaten, in der er kahl ist. Die Blätter sind gräulich grün, unterseitig mit einer bläulichen Wachsschicht versehen, bis 20 cm lang und unpaarig gefiedert. Sie sind wechselständig am Zweig angeordnet. Vor dem Abfallen verfärben sie sich gelb. Männliche und weibliche Blüten wachsen auf unterschiedlichen Pflanzen. Die männlichen rosafarbenen Blüten wachsen an traubenförmigen hängenden Stielen. Die weiblichen Blüten sind kleiner und heller. Blütezeit ist September bis November. Die von Mensch und Tier begehrten Steinfrüchte trägt nur der weibliche Baum, im Februar. Sie sind etwa so gross wie ein Golfball, erst olivgrün und wenn sie reif sind, goldgelb. Ein Baum kann im Jahr bis 2 Tonnen Früchte produzieren. Diese werden von Mensch und Tier geschätzt. Archäologische Funde zeigen, dass sie seit altersher zum Speiseplan der Afrikaner gehören. In frischem Zustand schmeckt das Fruchtfleisch säuerlich, ist sehr durstlöschend und enthält viermal so viel Vitamin C wie Orangen. Vergärt eignen sich die Früchte zur Bier- und Weinherstellung. Auch Sahnelikör wird aus ihnen gemacht oder sie werden zu Gelee und Marmelade verarbeitet. Einer der bekanntesten Filmklassiker, in dem der Marulabaum vorkommt, ist „Die lustige Welt der Tiere“. Hier torkeln vierbeinige Bewohner Afrikas herum, weil sie von den vergorenen Früchten des Baumes genascht haben. Das ist teilweise ein Irrglaube, denn der Alkoholgehalt der Früchte steigt kaum über 3 %. Elefanten könnten gar nicht so viele Früchte essen, dass sich bei ihrem Körpergewicht der Alkohol bemerkbar machen würde. Schuld an deren Benommenheit sind Käferlarven, die in der Rinde des Baumes leben, welche die Elefanten ebenfalls fressen. Diese Larven werden von den Buschmännern auch zur Herstellung von Pfeilgift genutzt. Die ledrige Haut der Frucht dient gekocht, gebrannt und aufgebrüht auch als Kaffeeersatz. Selbst der Samen gilt als Delikatesse. Das darin enthaltene Öl findet neben dem Einsatz in der Kosmetik Verwendung als Nasen- und Ohrentropfen. Durch den hohen Ölgehalt kann der Samen sogar angezündet und als Kerze verwendet werden. Das weiche Holz des Baumes wird für Schnitzereien verwendet. Die Rinde kann zur Erzeugung von hellbrauner Farbe dienen. In der Volks-Medizin Afrikas findet sie Anwendung bei Insektenstichen und bei Magenbeschwerden. Aus dem inneren Teil der Rinde werden auch Seile hergestellt. Wegen seiner Überfülle an Früchten werden dem Baum von den Bewohnern Afrikas starke aphrodisische Eigenschaften zugesprochen. Teilweise finden unter dem Baum Hochzeitszeremonien statt. Im Weiteren soll er das Geschlecht des Kindes bestimmen können. Je nach Kinderwunsch essen werdende Mütter zermahlene Rinde eines weiblichen oder männlichen Baumes. 

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