Chinaschilf (Miscanthus)

Das als Schilf bezeichnete Gras ist eine einheimische Sumpfpflanze und besiedelt Seen, Teiche, Flussränder und Feuchtwiesen und hat einen enormen Ausbreitungsdrang. Die lateinische Bezeichnung für dieses Gras ist Phragmites. Die in unseren Gärten zu Zierzwecken verwendeten Schilfgräser werden mit dem deutschen Namen Chinaschilf bezeichnet und stammen ursprünglich aus dem südostasiatischen Raum. Die lateinische Bezeichnung für diese Gräser ist Miscanthus. In seiner Heimat wird das Chinaschilf in begrenztem Mass auch als Futterpflanze und zur Bodenbefestigung gegen Erosion verwendet. Es gibt verschiedene Arten und Sorten von Chinaschilf. Das Riesen-Chinaschilf oder auch Pazifikschilf ist eine Kulturform von Europa und wird als Rohstoff für verschiedenste Anwendungen angebaut. So finden seine zellulosehaltigen Fasern Verwendung in der Bauindustrie, in der Automobilindustrie, in der Zellstoffindustrie, im Gartenbau oder auch als Energielieferant für Verbrennungen. Es gibt neben dieser besonders starkwüchsigen und bis zu vier Meter hohen Art auch viele Sorten mit Zierwert. Chinaschilf ist ein mehrjähriges, absolut winterhartes Ziergras. Es bildet schöne, dichte Horste. Seine saftiggrünen meist überhängenden Blätter können je nach Sorte sehr unterschiedlich sein. So gibt es eine schmalblättrige Sorte namens „Gracillimus“ oder eine Sorte „Zebrinus“, die attraktive, mit gelben Querstreifen versehene Blätter hat. Ebenfalls sehr apart ist eine Sorte namens „Cabaret“, die auffallendes, weiss-grün gestreiftes Laub besitzt. Auch die Höhe der Gräser ist je nach Sorte sehr unterschiedlich: von 120 cm bis zum erwähnten Riesen-Chinaschilf mit 400 cm. Unterirdisch verbreitet sich das Gras durch so genannte Rhizome aus. Je nach Sorte ist der Ausbreitungsdrang des Grases mehr oder weniger stark. Das Chinaschilf bevorzugt einen sonnigen Standort und einen nährstoffreichen, eher feuchten Boden. In einem Topf braucht es daher genügend Wasser und regelmässige Düngergaben. Es wirkt sehr hübsch in Verbindung mit Wasser, kann aber auch als Sichtschutz im Sommer oder einfach als attraktives einzeln stehendes Solitär-Gras im Garten Verwendung finden. In genügend grossen Gefässen kann man diese Ziergräser auch auf Terrasse oder Balkon stellen. Hier bringt es durch seine Grösse und seinen Wuchs-Charakter je nach Umgebung eine fast tropisch wirkende Note auf den Sitzplatz. Auch das durch den leisesten Windhauch hervorgerufene Rascheln der Blätter kann eine erholsame und beruhigende Wirkung haben. Im Herbst bilden die meisten Sorten fedrige schöne Blütenstände. Diese sind je nach Sorte eher weiss-silbern oder rötlich gefärbt. Trotz seiner Grösse ist das Chinagras standfest und braucht nicht aufgebunden und mit Stäben fixiert zu werden. Im Winter vergilben die Blätter, werden dürr und fallen zum grossen Teil ab, so dass nur noch die Stängel mit den Blütenständen stehen bleiben. Im Winter, mit Raureif überzogen, ergibt das sehr hübsche Stimmungsbilder. Für ordnungsliebende Gartenliebhaber kann sich der über längere Zeit verteilte Blattfall zu einen Ärgernis entwickeln. Dem beugt man vor, indem man im November alle Stängel bis auf den Boden zurückschneidet. Ansonsten ist der Rückschnitt erst im zeitigen Frühling vonnöten. Halten wir Chinaschilf im Topf, achten wir im Winter darauf, dass der Topfballen nicht zu nass ist oder der ganze Topf sogar im Wasser steht. „Nasse Füsse“ während er kalten Jahreszeit lieben diese Gräser nicht. Ansonsten sind sie aber robust und problemlos zu halten. Im Verlauf von März/April treibt das Chinagras wieder aus, und es ist erstaunlich zu beobachten, wie es sich in einem Jahr wieder zu einem solch eindrucksvollen Ziergras entwickelt.
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